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Krankenversicherung als Selbstständiger – welche Optionen gibt es wirklich?

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Klaus H.
Beiträge: 4
Themenstarter
(@fernwehprofi55)
New Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#36]

Hallo zusammen,

ich plane seit längerem den Schritt in die Vollzeit-Selbstständigkeit und stehe gerade vor einer Frage, die mir ehrlich gesagt schlaflose Nächte bereitet: die Krankenversicherung.

Als Angestellter war das immer geregelt, der Arbeitgeber hat die Hälfte übernommen, fertig. Aber als Selbstständiger trägt man ja plötzlich alles alleine. Ich habe in den letzten Monaten viele Länder bereist und mit Selbstständigen aus verschiedenen Branchen gesprochen – viele klagen über die hohen KV-Kosten in Deutschland, die gerade am Anfang richtig reinhauen können.

Meine konkrete Situation: Ich bin Mitte 50, bisher gesetzlich versichert, keine Vorerkrankungen. Ich werde wohl keine riesigen Einnahmen im ersten Jahr haben, da ich erst Kunden aufbauen muss. Was sind da realistische Optionen? Freiwillig gesetzlich versichert bleiben, oder doch in die PKV wechseln? Ich habe gehört, dass der Einstieg in die PKV in meinem Alter schon deutlich teurer ist als mit 30.

Außerdem: Gibt es irgendwelche Übergangslösungen für die ersten Monate? Ich habe mal von einer Absicherung über die Künstlersozialkasse gehört, aber ich weiß nicht ob das für meine Tätigkeit überhaupt infrage kommt.

Freue mich über echte Erfahrungswerte – nicht irgendwelche Hochglanzprospekte, sondern was ihr wirklich erlebt habt.


6 Antworten
Klaus_1974
Beiträge: 12
(@klaus_1974)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Aus dem Versicherungswesen: Mit Mitte 50 in die PKV zu wechseln ist aus meiner Erfahrung fast nie sinnvoll, außer man hat sehr hohe und stabile Einnahmen und plant NICHT, später wieder in die GKV zu wollen – was als Selbstständiger eh kaum möglich ist.

Das unterschätzen viele: Wer einmal in der PKV ist, kommt als Selbstständiger fast nicht mehr zurück in die GKV. Das ist eine Entscheidung fürs Leben, faktisch.

Freiwillig gesetzlich versichert bleiben ist in deiner Situation meistens der vernünftigere Weg, gerade in der Anfangsphase mit unklaren Einnahmen. Die GKV bemisst den Beitrag auf Basis deines tatsächlichen Einkommens (Steuerbescheid), da gibt es aber eben auch diesen Mindestbeitrag den Tobias schon erwähnt hat.

Ein konkreter Tipp: Manche Kassen haben spezielle Beratungsangebote für Selbstständige, ruf dort direkt an. Und lass dich nicht von irgendwelchen PKV-Vermittlern mit Hochglanzrechnungen blenden – die verdienen ihre Provision an dir.


Antwort
Stefan91
Beiträge: 6
(@stefan91)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich bin zwar eher der ETF-Typ als Versicherungsexperte, aber das Thema kenn ich aus eigener Nähe – einige aus meinem Backpacker-Netzwerk haben sich nach Weltreisen selbstständig gemacht und die GKV/PKV-Frage war immer ein Aufreger.

Was ich mitgenommen habe: Der Einkommensbegriff in der GKV für Selbstständige ist der Gewinn nach EÜR oder Bilanz, NICHT der Umsatz. Also wenn du im ersten Jahr wenig verdienst weil du viel investierst, zahlt du auch wenig – aber eben nicht unter den Mindestbeitrag. Das ist fuer viele Gründer am Anfang tatsächlich ok.

Und den Tipp mit dem unabhängigen Versicherungsberater würd ich auch unterschreiben. Da gibts mittlerweile auch welche die stundenweise abrechnen, das ist seriöser als provisionsgetriebene Beratung.


Antwort
TechMax_87
Beiträge: 7
(@techmax_87)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich seh das aus IT-Perspektive ein bisschen pragmatischer: Es gibt mittlerweile einige gute Online-Vergleichstools die speziell Selbstständige durch die GKV/PKV-Entscheidung führen, mit Einkommens-Szenarien etc. Die sind wirklich brauchbar geworden in letzter Zeit.

Aber mal ehrlich – bei der Frage GKV vs PKV mit Mitte 50 und unklaren Anfangseinkünften würd ich trotzdem zu einem unabhängigen Versicherungsberater (nicht -vermittler!) gehen. Die rechnen das durch ohne Provisionsdruck. Kostet vielleicht 150-200€ für ne Stunde, aber die Entscheidung hat Auswirkungen auf Jahrzehnte.


Antwort
T.Brinkmann66
Beiträge: 3
(@t-brinkmann66)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Das Thema hatte ich selbst intensiv recherchiert als ein Bekannter sich selbstständig gemacht hat. Kurz zusammengefasst aus meiner Sicht als jemand der viele Vergleichstools auseinandernimmt:

Freiwillig gesetzlich oder PKV ist wirklich keine einfache Entscheidung, besonders mit Mitte 50. In der GKV zahlt man als Selbstständiger den kompletten Beitrag selbst – also Arbeitnehmer- UND Arbeitgeberanteil zusammen. Das sind aktuell grob 14,6% plus Zusatzbeitrag auf dein Einkommen, aber es gibt einen Mindestbeitrag, auch wenn du wenig verdienst. Der lag zuletzt bei knapp über 200€ pro Monat für die Basisabsicherung, kann sich aber schnell steigern.

PKV mit Mitte 50 ohne Vorerkrankungen ist zwar noch möglich, aber die Beiträge gehen je nach Leistungsumfang locker auf 500-800€ oder mehr pro Monat. Ich habe zu dem Thema schon mal einen Thread zur Berufshaftpflicht begleitet, wo ähnliche Fragen zur Absicherung auftauchten: Berufshaftpflicht online abschließen – welche Vergleichstools taugen wirklich?

Mein Tipp: Nutz wirklich einen unabhängigen Vergleichsrechner speziell für Selbstständige, nicht die generischen Portale. Und ruf am besten auch bei deiner bisherigen Kasse an, die müssen dir das eigentlich erklären.


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