Ich bin kein Finanzprofi aber ich hab mich da mal länger eingelesen weil ich selbst zeitweise in ner ähnlichen Lage war. Der Hinweis von FrankM_1976 zum unabhängigen Makler ist gold wert – das ist wirklich ein riesiger Unterschied.
Was ich noch sagen wollte: Für die staatliche Altersvorsorge gibt es auch den Aspekt der Grundrente. Seit 2021 gibt es die, und die schüttet einen Zuschlag aus wenn jemand lange in die Rentenversicherung eingezahlt hat, auch wenn die Beträge klein waren. Voraussetzung sind aber 33 Jahre Grundrentenzeiten (mit Opt-in zählen auch Minijob-Zeiten rein). Das ist eine Perspektive die viele nicht kennen.
Also der Opt-in macht bei langen Minijob-Phasen durchaus Sinn, auch wenn die monatlichen Rentenpunkte gering sind.
Kurze Ergänzung noch: Wenn du irgendwann mal heiraten solltest oder in einer eingetragenen Partnerschaft lebst, kann die Rentenabsicherung über den Partner ein Thema werden. Nicht als Ersatz für eigene Absicherung, aber das verändert die Gesamtrechnung manchmal. Nur so als Denkanstoß für die Gesamtplanung.
Ich bin eigentlich eher der IT-Typ hier, aber das Thema Rentenversicherungspflicht beim Minijob ist auch für mich mal relevant gewesen. Kurze Ergänzung zu MarcusVoigt: Der Opt-in lässt sich beim Arbeitgeber formlos beantragen, einfach schriftlich erklären dass du auf die Befreiung verzichtest. Kannst du jederzeit für neue Minijobs wieder machen, aber nicht rückwirkend. Also wenn du das willst lieber bald regeln.
Was die Rentenpunkte angeht – klar, bei 556€ ist das mickrig. Aber wie Marcus sagt, die Wartezeiten sind das entscheidende Argument. Gerade für die Erwerbsminderungsrente brauchst du 60 Monate Pflichtbeitragszeit in den letzten 10 Jahren. Das wird schnell knapp wenn man viele Jahre nur als Minijobber gearbeitet hat ohne Opt-in.
Ich lese hier öfter mit wenn es um Absicherungsthemen geht. Was ich noch ergänzen würde: Auch die Krankenversicherung ist beim Minijob ein Punkt der oft vergessen wird. Wenn du hauptsächlich Minijobber bist und keine anderweitige Pflichtmitgliedschaft hast, bist du entweder freiwillig gesetzlich versichert oder über jemanden familienversichert. Das sollte klar sein bevor man überhaupt über Rente nachdenkt – ohne KV geht gar nichts.
Falls du familienversichert bist (z.B. über Eltern oder Partner), läuft das bei Minijobs problemlos weiter solange du unter der Einkommensgrenze bleibst. Aber sobald du den Minijob verlässt oder das Einkommen steigt, kann das kippen.
Bei der Altersvorsorge selbst: Riester würde ich in deiner Situation tatsächlich auch weglassen. Für Minijobber mit geringem Beitrag ist der Zulageneffekt zu schwach und die Flexibilität fehlt komplett.