Moin zusammen, nach 12 Jahren Selbstständigkeit als Unternehmensberater merke ich immer wieder, dass viele Kollegen ihre Versicherungsgrenzen viel zu hoch ansetzen – oder eben auch zu niedrig. Im September ist ja klassischerweise Zeitpunkt für Jahresreviews.
Meine Frage: Wie setzt ihr eure Versicherungssummen eigentlich fest? Ich höre oft pauschale Empfehlungen wie "mindestens 1 Mio. Euro Betriebshaftpflicht", aber das macht meiner Meinung nach nicht für jeden Sinn. Bei meiner Arbeit als Berater – hauptsächlich Strategie und Konzepte – liegen die realistischen Schadensszenarien einfach anders als bei jemandem, der mit Maschinen oder Baustellen arbeitet.
Welche Grenzen habt ihr selbst festgelegt? Und vor allem: Wie seid ihr da vorgegangen? Habt ihr mit eurem Versicherer kalkuliert, oder eher Branchenerfahrungswerte genommen? Mich interessiert auch, ob ihr zwischendurch nachgesteuert habt, wenn sich eure Geschäftstätigkeit geändert hat.
Freue mich auf praktische Erfahrungen statt Marketing-Gelaber.
Interessante Frage, Kritiker_73. Ich bin mit 20 Jahren Erfahrung im Elektrohandwerk unterwegs und muss sagen: die Herangehensweise ist tatsächlich stark vom Geschäftsmodell abhängig. Bei mir vor Ort – mit direktem Kundenkontakt und Installation von Systemen – sind höhere Grenzen einfach notwendig. Kleinere Schäden an Häusern summieren sich schnell.
Bei deinem Profil als Berater würde ich tatsächlich differenzieren: Haftest du persönlich für Konzeptfehler, oder sind das eher Empfehlungen? Da könnte eine niedrigere Summe ausreichen. Was ich gelernt habe: Nicht die Versicherer fragen, sondern konkrete Schadensszenarien durchspielen. Was könnte maximal schiefgehen? Das ist die reale Größe. Dann noch 20-30% drauf für Überraschungen, und gut ist's.