Hallo zusammen,
ich stehe gerade vor einer Situation, bei der ich ehrlich gesagt nicht so recht weiß wie ich das angehen soll. Ich arbeite seit knapp zwei Jahren als Minijobber – aktuell 556€ im Monat – und das läuft wohl auch noch eine Weile so weiter. Hauptberuflich bin ich da noch nicht irgendwo festangestellt, sondern eben hauptsächlich über diesen Minijob.
Jetzt mache ich mir langsam Gedanken, was das für meine Rente bedeutet. Ich weiß, dass Minijobber standardmäßig von der Rentenversicherungspflicht befreit sind, aber es gibt ja wohl auch die Möglichkeit, sich reinzuoptieren? Lohnt das überhaupt? Der eigene Beitrag wäre ja wirklich lächerlich klein, der Arbeitgeber zahlt ja schon seinen Pauschalbeitrag.
Aber mal abgesehen von der gesetzlichen Rente – was gibt es noch für Optionen? Private Rentenversicherung? Irgendwas mit ETFs oder Riester? Ich frage mich auch ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Minijobber sinnvoll ist oder ob das überhaupt greift.
Ich blick da ehrlich gesagt nicht ganz durch und finde es schwer abzuschätzen was sich bei dem Einkommen überhaupt rechnet. Vielleicht hat hier jemand Erfahrungen damit oder weiß Bescheid wie das alles zusammenhängt?
Danke schon mal!
Da muss ich Lena_K_1993 ein bisschen widersprechen. Klar ist mehr Einkommen langfristig die bessere Lösung, aber die Frage was man mit dem aktuellen Stand macht ist trotzdem berechtigt. Nicht jeder kann einfach aus dem Minijob raus.
Zum Thema BU: Das ist meiner Erfahrung nach wirklich unabhängig vom Einkommen zu betrachten. Die BU zahlt einen vereinbarten Betrag wenn du berufsunfähig wirst – das ist keine Einkommensersatzquote wie bei der gesetzlichen EU-Rente. Du kannst also auch als Minijobber eine BU mit sagen wir 800-1000€ Monatsrente abschließen, solange die Gesundheitsprüfung passt und die Prämie bezahlbar ist. Als junger Mensch ist sowas oft erschreckend günstig.
Mein Tipp: Lass dir von einem unabhängigen Versicherungsmakler (nicht Vertreter!) ein Angebot machen. Der Unterschied ist wichtig – ein Makler arbeitet für dich, ein Vertreter für die Gesellschaft.
Ich kenn mich hauptsächlich mit Energie-Tarifen aus, aber Grundprinzipien der Altersvorsorge haben wir mal im Gas-Thread auch kurz gestreift (wer weiß, wofür man sowas braucht). Ich würd das hier so zusammenfassen: Opt-in in die RV – ja, machen, kostet fast nix und bringt Wartezeiten. BU – so früh wie möglich, Gesundheit ist der Engpass nicht das Geld. ETF-Sparplan statt Riester bei flexiblem Einkommen. Und unbedingt mit einem unabhängigen Berater sprechen bevor irgendwas unterschrieben wird. Alles andere ist Detailkram.
Ich kenn das Thema aus der Praxis, weil ich selbst mal längere Zeit in ähnlicher Situation war. Zum Opt-in in die Rentenversicherung: Ja, das ist möglich. Du zahlst dann die Differenz zwischen dem Arbeitgeberpauschal (15%) und dem vollen Beitragssatz (18,6%), also knapp 3,6% auf deinen Minilohn. Bei 556€ sind das ca. 20€ im Monat von dir.
Der Vorteil: Du sammelst vollwertige Pflichtbeitragszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung. Das ist wichtig für Wartezeiten, z.B. für die Erwerbsminderungsrente oder bestimmte Rentenarten. Nicht nur für die Rentenhöhe selbst – das ist ein Punkt den viele vergessen.
Für zusätzliche Absicherung würde ich bei dem Einkommen eher auf Flexibilität setzen: Ein ETF-Sparplan mit 25-50€ monatlich ist transparent, kein Vertrag der dich bindet, und du kommst im Notfall ran. Riester lohnt sich in deiner Situation kaum, der Zulageneffekt ist zu gering wenn du wenig einzahlst.
BU-Versicherung: Sinnvoll, aber nicht von der Einkommenshöhe abhängig – eher vom Alter und Gesundheitszustand. Je jünger desto günstiger die Prämien. Da würde ich nicht zu lange warten.
Ich komm eigentlich aus nem anderen Ecke des Forums (eher digital/hardware-Kram) aber bei Finanzen lese ich gerne mit.
Ich frag mich ehrlich ob du nicht erst mal schauen solltest, ob der Minijob wirklich dauerhaft deine Haupteinnahmequelle bleibt. Falls ja, dann ist die ganze Rentenoptimierung beim Minijob irgendwie das Pflaster auf einer größeren Wunde oder? Ich mein das nicht böse – aber die gesetzliche Rente aus einem Minijob wird selbst mit Opt-in niemals ausreichen. Das Thema private Altersvorsorge und eventuell mehr Einkommen zu erschließen wäre da wohl langfristig wichtiger.
Aber wenn der Minijob nur eine Übergangsphase ist und du sonst noch irgendwo Beiträge sammelst, dann sieht das natürlich anders aus.