Hallo zusammen,
ich stehe gerade vor einem Jobwechsel – neuer Arbeitgeber, neues Gehalt, alles super eigentlich. Aber jetzt nervt mich diese eine Sache mit der betrieblichen Altersvorsorge und ich blick da ehrlich gesagt nicht ganz durch.
Bei meinem aktuellen Arbeitgeber läuft seit ca. 4 Jahren eine BAV, Direktversicherung über die Allianz, da gehen monatlich 150€ rein (50€ ich, 100€ Arbeitgeber). Jetzt weiß ich nicht was ich damit machen soll wenn ich im September anfange.
Option 1: BAV zum neuen AG mitnehmen – aber der hat schon einen eigenen Anbieter (Zurich) und ich weiß nicht ob das überhaupt so einfach geht oder ob ich dann quasi von vorne anfange.
Option 2: Die alte Police einfach beitragsfrei stellen und beim neuen AG eine neue BAV aufmachen. Macht das Sinn? Verliere ich dann irgendwas?
Option 3: Auszahlen lassen – aber da fallen doch krasse Steuern und Sozialabgaben an, oder? Das klingt für mich nach der schlechtesten Variante.
Ich hab mal grob gegoogelt aber da widersprechen sich die Infos teilweise sehr. Hat jemand sowas schon gemacht und kann aus eigener Erfahrung berichten? Was habt ihr in so einer Situation gemacht?
Vielen Dank schon mal!
Was Skeptiker_78 zum Thema Krankenversicherungsbeiträge im Alter schreibt stimmt leider, das ist ein Punkt den ich damals auch nicht auf dem Schirm hatte – ich hab das im Crash-Thread auch mal am Rande angesprochen, weil man da nochmal anders auf sein Gesamtvermögen schaut.
Mein Rat nach vielen Jahrzehnten Berufsleben: Lass den alten Vertrag beitragsfrei stehen, ist der einfachste Weg. Beim neuen Arbeitgeber schau erstmal wie hoch der Pflichtzuschuss ist – seit 2022 müssen AGs mindestens 15% dazugeben. Das ist immerhin was. Aber überleg dir gut ob du wirklich mehr als das Minimum einzahlst. Flexibilität im Alter ist mehr wert als man mit 30 denkt.
Ich seh das etwas anders als Marcus. Die ganze BAV-Geschichte ist so ein klassisches Konstrukt wo man als Arbeitnehmer am Ende oft schlechter dasteht als man denkt. Du zahlst ja aus deinem Bruttogehalt ein, aber im Rentenalter wird dann trotzdem Kranken- und Pflegeversicherung auf die Auszahlung fällig – voller Beitragssatz. Das verschweigen viele gern.
Der Arbeitgeberzuschuss klingt natürlich super, aber rechne das mal genau durch bevor du dich beim neuen AG direkt wieder drauf einlässt. Je nach Grenzsteuersatz kann ein ETF-Sparplan auf lange Sicht flexibler und kaum schlechter sein.
Für deine konkrete Frage: beitragsfrei stellen ist der sauberste Weg für den alten Vertrag. Den Kram auszahlen lassen wäre tatsächlich Quatsch.
Hey Lena, ich hab genau das vor zwei Jahren durchgemacht, also kann ich dir zumindest aus eigener Erfahrung berichten.
Die Auszahlung ist tatsächlich die schlechteste Option, das hast du richtig erkannt. Du zahlst Steuern + Sozialabgaben auf den Auszahlungsbetrag, da bleibt wirklich nicht viel übrig.
Beitragsfrei stellen geht immer, das ist quasi die "Nichts-tun"-Variante. Der bereits angesparte Betrag läuft dann einfach weiter bis zur Rente, ohne dass du oder dein alter AG noch einzahlen. Verloren geht da nichts, der Vertrag bleibt bestehen.
Die Mitnahme (Portabilität) ist theoretisch möglich, aber in der Praxis oft komplizierter als gedacht. Wenn dein neuer AG einen anderen Anbieter hat, muss der dem Übertrag zustimmen – und das tun die nicht immer. Dann wäre beitragsfrei stellen + neue BAV beim neuen AG die pragmatischste Lösung. Klingt erstmal doof (zwei Verträge), aber die Arbeitgeberzuschüsse beim neuen AG mitzunehmen ist wichtiger als alles auf eine Karte zu setzen.
Würde auf jeden Fall auch einen unabhängigen Berater fragen, nicht die Versicherung selbst – die haben natürlich eigene Interessen.