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Früher in Rente gegangen – habt ihr das finanziell bereut?

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Herbert_1949
Beiträge: 8
Themenstarter
(@herbert_1949)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#30]

Hallo zusammen,

ich bin Herbert, 74 Jahre alt und seit ein paar Jahren im Ruhestand. Jetzt im Sommer sitze ich oft auf der Terrasse und denke so zurück auf meine Arbeitszeit – und irgendwie beschäftigt mich die Frage, ob ich damals die richtige Entscheidung getroffen habe, früher in Rente zu gehen.

Ich bin mit 63 raus, also zwei Jahre vor der regulären Altersgrenze. Der Abzug war natürlich spürbar, das weiß man ja vorher. Aber man denkt sich dann so: Ach, das wird schon klappen. Und grundsätzlich komme ich zurecht, will ich nicht klagen.

Trotzdem grübele ich manchmal, ob ich nicht noch zwei Jahre hätten dranbleiben sollen. Nicht wegen dem Job an sich – der hat mich zuletzt ehrlich gesagt mehr angestrengt als erfüllt – sondern wegen der Rente. Man merkt halt jeden Monat, dass da ein paar Euro fehlen. Gerade jetzt wo alles teurer geworden ist in den letzten Jahren.

Mich würde interessieren: Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht? Entweder selber früher aufgehört oder jemanden im Bekanntenkreis? Würdet ihr im Nachhinein anders entscheiden? Und wenn man nochmal rechnet – lohnt es sich eigentlich, bis 67 durchzuhalten, wenn man körperlich noch kann?

Freue mich auf ehrliche Meinungen, nicht die Hochglanz-Antworten aus irgendwelchen Finanzratgebern 😄

Viele Grüße, Herbert


6 Antworten
VitalNet_Felix
Beiträge: 5
(@vitalnet_felix)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Kurze Antwort von mir: Ich kenn das Gefühl vom Hörensagen – mein Vater hat ähnlich gezögert. Er ist dann doch bis 65 geblieben und sagt, er bereut es nicht, aber die letzten zwei Jahre waren zermürbend. Kommt eben sehr auf den Job an.


Antwort
SabineK47
Beiträge: 15
(@sabinek47)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Hallo Herbert,

die Frage kenne ich aus meinem eigenen Umfeld gut. Meine Nachbarin ist mit 62 raus, also noch früher als du, und hat anfangs gezittert ob das finanziell klappt.

Mittlerweile, einige Jahre später, sagt sie: Sie würde es wieder genauso machen. Aber sie hat auch früh angefangen, bewusster mit Geld umzugehen – weniger Spontankäufe, Urlaub etwas bescheidener. Das klingt nach Verzicht, ist es irgendwie auch, aber sie wirkt zufriedener als viele die noch arbeiten.

Ich glaube der entscheidnde Punkt ist: Man muss sich vorher wirklich ehrlich fragen was man im Ruhestand braucht und was nicht. Wer dann feststellt dass die Abzüge das monatliche Minimum unterschreiten, sollte vielleicht doch länger warten. Wer aber sagt 'ich komme mit weniger aus', für den kann es absolut die richtige Wahl sein.

Und gerade in deinem Alter – grübeln ist schön und gut, aber genieß doch den Sommer! 😊


Antwort
Tobias-Brenner
Beiträge: 13
(@tobias-brenner)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hallo Herbert,

interessante Frage, die mich als jemanden der noch mitten im Berufsleben steckt und sich viel mit Altersvorsorge beschäftigt, natürlich auch direkt angeht.

Der Abzug bei Frühverrentung beträgt bekanntlich 0,3% pro Monat vor der Regelaltersgrenze – bei zwei Jahren sind das 7,2% dauerhaft weniger Rente. Und das lebenslang, also nicht zu unterschätzen. Wenn man das mal auf 15-20 Rentenjahre hochrechnet, summiert sich das erheblich.

Aber ich glaube, man darf das nicht nur in Euro rechnen. Die Frage ist auch: Wie war die Belastung die letzten Arbeitsjahre? Hätte man körperlich oder mental noch zwei Jahre durchgehalten ohne gesundheitliche Folgekosten? Die werden in solchen Rechnungen oft vergessen.

Ich persönlich plane gerade, möglichst lange zu arbeiten – aber ich bin auch noch jung und sehe das vielleicht zu rational. Für mich ist der ETF-Sparplan zusätzlich zur gesetzlichen Rente ohnehin ein wichtiger Baustein, damit ich nicht ausschließlich von der Rentenformel abhängig bin. Das macht einen deutlichen Unterschied.


Antwort
Helmut B.
Beiträge: 10
(@h-bergmann45)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Servus Herbert,

als Pensionär kann ich da aus einer etwas anderen Warte sprechen. Bei Beamten läuft das ja etwas anders als bei Angestellten mit gesetzlicher Rente – trotzdem kenne ich den Gedanken, ob man den richtigen Zeitpunkt erwischt hat.

Bei mir war es so: Ich bin zum regulären Zeitpunkt gegangen und hatte trotzdem kurz überlegt, ob ich noch ein Jahr dranhänge. Letztlich war die Erleichterung danach so groß, dass ich froh war, nicht länger gewartet zu haben.

Was ich dir sagen würde: Zwei Jahre klingen wenig, aber die Abzüge sind dauerhaft. Das ist das Tückische. Wenn du jetzt noch zwanzig Jahre Rente vor dir hast, addiert sich das zu einer beachtlichen Summe. Ob du das 'bereuen' solltest, weiß ich nicht – aber ausrechnen solltest du es vielleicht nochmal in Ruhe. Manchmal hilft es einfach, die Zahl schwarz auf weiß zu sehen, dann kann man besser damit abschließen.

Und ansonsten: Terrasse im Juli klingt nach einem guten Leben! 😄


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