Ich habe jetzt schon eine Weile versucht, eine regelmäßige Trainingsroutine aufzubauen. Als Projektleiter ist die Zeit natürlich begrenzt, und ich bin es gewohnt, Entscheidungen auf Basis von Fakten zu treffen – nicht auf Basis von irgendwelchen Influencer-Tipps.
Moment, wo ich gerade stehe: Ich trainiere seit etwa vier Monaten, meistens unregelmäßig, mal morgens vor der Arbeit, mal abends wenn die Meetings endlich vorbei sind. Das Ergebnis ist entsprechend durchwachsen.
Jetzt lese ich überall komplett widersprüchliche Aussagen. Die eine Seite sagt, Morgentraining kurbelt den Stoffwechsel an und der Körper verbrennt den ganzen Tag mehr. Die andere Seite argumentiert, abends sei die Muskelkraft höher, die Körpertemperatur optimal und man verletzt sich weniger. Beide Seiten haben anscheinend Studien auf ihrer Seite.
Mich interessiert: Habt ihr eigene langfristige Erfahrungen damit? Ich bin skeptisch gegenüber pauschalen Empfehlungen, weil ich das aus meinem Berufsfeld kenne – die "Best Practice" funktioniert oft nur unter bestimmten Bedingungen, die auf den eigenen Fall gar nicht zutreffen.
Gibt es hier jemanden, der das systematisch ausprobiert hat und tatsächlich einen Unterschied bemerkt hat? Oder ist die Uhrzeit am Ende egal und die Regelmäßigkeit ist das Einzige was zählt?
Ich mach das schon seit meiner Pension so: Jeden Morgen gegen halb sieben raus, meistens flotte Spaziergänge oder leichte Wandertouren wenn das Wetter mitspielt. Im Juli ist das ja herrlich früh noch angenehm kühl.
Ob das jetzt wissenschaftlich das Optimum ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Aber für mich funktioniert es, weil der Tag danach einfach besser läuft. Abends hätte ich wahrscheinlich zu viele Ausreden.
Aus meiner Erfahrung mit über 15 Jahren bewusster Fitness-Arbeit kann ich dir sagen: Die Uhrzeit ist sekundär, aber nicht völlig egal. Ich hab beide Varianten über längere Phasen getestet.
Morgens hatte ich persönlich das Problem, dass die ersten 20 Minuten einfach zäh waren – Körper noch steif, Konzentration nicht da. Verletzungsrisiko ist real, wenn man direkt aus dem Bett in intensives Training geht, ohne vernünftiges Aufwärmen. Abends war ich leistungsfähiger, aber an stressigen Tagen hab ich das Training dann doch verschoben oder ganz weggelassen.
Was ich nach all den Jahren sagen kann: Wenn du als Projektleiter ohnehin unregelmäßige Arbeitszeiten hast, dann nimm den Slot, der zuverlässiger planbar ist. Für mich war das am Ende der frühe Abend, weil ich da den Arbeitstag abschließen und den Kopf freikriegen konnte.
Die Studien die du erwähnst stimmen übrigens beide – die zeigen halt Durchschnittswerte über viele Probanden. Was für deinen Körper gilt, findest du nur durch konsequentes Beobachten über mehrere Wochen raus. Ich hab damals Trainingstagbuch geführt, simpel aber wirkungsvoll.