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PKV als Selbstständiger – Beitragserhöhungen im Alter wirklich kalkulierbar?

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Marcus-Richter
Beiträge: 34
Themenstarter
(@marcus-richter)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#61]

Hallo zusammen,

ich bin seit über 15 Jahren selbstständig tätig und habe mich damals bewusst für die private Krankenversicherung entschieden. Anfangs war das finanziell sehr attraktiv – guter Schutz, überschaubare Beiträge, schnelle Facharzttermine. Kein Vergleich mit meiner damaligen gesetzlichen Kasse.

Jetzt, mit Mitte 50, merke ich aber zunehmend, dass die Beiträge in Schritten steigen, die ich so nicht erwartet hatte. Dieses Jahr wieder knapp 7% rauf. Ich zahle inzwischen über 700 Euro monatlich – allein für mich, ohne Zusatzbausteine. Meine Frau ist separat versichert.

Meine konkrete Frage: Wie habt ihr das langfristig geplant? Gibt es realistische Strategien, um im Alter nicht komplett überfordert zu sein? Ich habe von Alterungsrückstellungen gehört, aber wie verlässlich ist das eigentlich in der Praxis?

Außerdem überlege ich, ob ein Tarifwechsel innerhalb der PKV sinnvoll wäre – ohne dabei wichtige Leistungen zu opfern. Hat jemand damit Erfahrung, speziell als Selbstständiger ohne Arbeitgeberzuschuss?

Bin für jeden konkreten Tipp dankbar, gerne auch Empfehlungen für unabhängige Berater. Von Maklern, die Provision verdienen, halte ich mich lieber fern.


4 Antworten
Renate H.
Beiträge: 4
(@renate-hoffmann)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich bin ehrlich gesagt nicht vom Fach, aber 700 Euro im Monat nur für eine Person – das klingt schon heftig. Ich hab mich zuletzt mehr mit Gebäudeversicherungen beschäftigt (komplett anderes Thema ich weiß 😅), aber so generell: Lasst euch wirklich nicht von Maklern beraten die Provision kassieren. Das hat mir mal jemand gesagt und ich glaub das gilt in fast allen Versicherungsbereichen.


Antwort
TechMax_87
Beiträge: 7
(@techmax_87)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich bin zwar eher im IT-Bereich unterwegs und kein Versicherungsexperte, aber das Thema PKV-Kosten beschäftigt mich als Freelancer auch. Ich hab mal ein bisschen recherchiert und bin auf Vergleichsrechner gestoßen, die zumindest grob zeigen, wie sich Beiträge über die Jahre entwickeln könnten. Ob das realistisch ist, keine Ahnung – die Annahmen dahinter sind halt Schätzungen.

Was ich konkret gemacht habe: Ich hab direkt bei meiner PKV nach einem Tarifwechsel gefragt. Laut Versicherungsvertragsgesetz §204 hast du das Recht dazu, ohne neue Gesundheitsprüfung. Das hat bei mir zumindest kurzfristig ein paar Euro gebracht. Ob das langfristig clever war, weiß ich noch nicht.

Für tiefere Planung würde ich aber wirklich zu einem echten Experten gehen – und dein Punkt mit dem provisionsfreien Berater ist absolut richtig. Die gibt's, die nennen sich Honorarberater und arbeiten auf Stundenbasis. Das kostet zwar erstmal, spart aber vermutlich mehr.


Antwort
Stefan W.
Beiträge: 3
(@s-weber)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich kenn das Problem aus meinem Umfeld, einige Kollegen aus dem Projektmanagement-Bereich sind selbstständig und kämpfen genau damit. Wenn du keinen Arbeitgeberzuschuss hast, ist das natürlich besonders schmerzhaft.

Ein Punkt der oft übersehen wird: Du kannst PKV-Beiträge als Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend machen, allerdings nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag – und der ist leider oft schon durch die Basisbeiträge ausgeschöpft. Lohnt sich trotzdem mal genau durchzurechnen, evtl. mit Steuerberater.

Zum Tarifwechsel: §204 VVG wurde oben schon genannt, das stimmt. Wichtig ist aber, dass du dabei auf den Leistungsumfang achtest und nicht einfach in einen günstigeren Basistarif rutschst, ohne das zu merken. Ich würde das wirklich nicht alleine machen sondern mit Unterstützung.


Antwort
WalterKrause
Beiträge: 15
(@walterkrause)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Als jemand der jahrelang Unternehmensversicherungen beraten hat, kann ich ein paar Punkte ergänzen.

Die Alterungsrückstellungen sind grundsätzlich ein echtes Instrument – das ist kein Marketingversprechen. Aber: Sie puffern die Beitragserhöhungen ab, verhindern sie nicht vollständig. Das Problem liegt oft darin, dass viele PKV-Versicherte in jungen Jahren mit sehr niedrigen Beiträgen gelockt wurden, dafür aber geringere Rückstellungen aufgebaut haben. Je nach Versicherer und Tarif ist das sehr unterschiedlich.

Mein konkreter Tipp: Lass dir von deiner PKV schriftlich aufschlüsseln, wie hoch deine individuellen Alterungsrückstellungen aktuell sind. Das ist dein gutes Recht. Dann kannst du das mit einem Honorarberater – Stichwort BFP oder Netzwerk der Honorarfinanzberater – realistisch einordnen.

Ein Wechsel zurück in die GKV ist übrigens ab 55 faktisch ausgeschlossen, das sollte man bei der Planung immer im Hinterkopf behalten. Daher ist langfristige PKV-Planung wirklich kein Thema das man auf die lange Bank schieben sollte.


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