Hallo zusammen,
ich bin seit ein paar Jahren Rentner und wohne seit über 30 Jahren im eigenen Haus. Bisher hab ich meine Versicherungen nie wirklich systematisch zusammengerechnet – ich bezahle halt immer wenn die Rechnung kommt und gut ist. Aber jetzt, wo ich mehr Zeit habe und auch mal durchatme, frage ich mich: Was gibt ein normaler Hausbesitzer eigentlich pro Jahr realistisch für Versicherungen aus?
Ich hab da: Wohngebäudeversicherung, Hausratversicherung, Haftpflicht für privat, und irgendwie auch noch eine alte Rechtsschutzversicherung vom Anwalt empfohlen damals. Dazu seit letztem Jahr eine Elementarschadenversicherung, weil das ja immer wichtiger wird.
Mein Nachbar sagt, er zahlt zusammen über 2.000 Euro im Jahr – das kam mir sehr viel vor. Ich selber komme auf knapp 1.400 Euro, aber ich weiß nicht ob das realistisch günstig ist oder ob ich irgendwo unterversichert bin.
Hat jemand mal eine Übersicht was 2026 so üblich ist? Ich frage auch weil ich im Sommer immer die Versicherungsordner durchgehe wenn mehr Zeit ist – mach ich seit Jahren im Juni so. Würde mich interessieren was andere Hausbesitzer zahlen und ob sich ein Vergleich wirklich lohnt. Für einfache Erklärungen wäre ich dankbar, ich bin kein Fachmann.
Hallo OnlineOpa69,
die Frage kenn ich gut, ich hab mich letztes Jahr auch intensiv damit beschäftigt – hauptsächlich wegen der Kfz- und Haftpflichtthematik, wie ich hier im Forum schon mal beschrieben hatte.
Kurz zu deiner Frage: 1.400 Euro klingt für ein normales Einfamilienhaus eigentlich nicht übertrieben wenig. Es kommt natürlich stark auf die Wohnfläche, das Baujahr des Hauses und die Region an. Grob würde ich sagen:
- Wohngebäude: 400–700 Euro je nach Haus
- Hausrat: 100–200 Euro
- Private Haftpflicht: 50–100 Euro
- Elementarschutz (falls nicht in Gebäude inkl.): 100–300 Euro, in manchen Gegenden deutlich mehr
- Rechtsschutz: 200–400 Euro
Dein Nachbar mit 2.000 Euro könnte ein größeres Haus haben, eine ältere Police mit schlechten Konditionen oder einfach nie verglichen haben. Letzteres ist leider sehr häufig.
Ein Vergleich lohnt sich auf jeden Fall – gerade Wohngebäude ist in den letzten Jahren teurer geworden durch höhere Baukosten, aber manche Tarife haben da nachgezogen ohne es den Kunden groß zu sagen.
Guten Tag OnlineOpa69,
das mit dem Juni-Durchsehen der Versicherungsordner kenne ich gut – mach ich ähnlich, bei mir ist es immer nach Weihnachten wenn die meisten Jahresbescheide kommen.
Ich bin selbst seit Jahrzehnten Hausbesitzer und zahle aktuell etwa 1.650 Euro für alles zusammen – Gebäude, Hausrat, Haftpflicht, Elementar. Rechtsschutz hab ich vor einigen Jahren gekündigt, weil ich ihn nie gebraucht habe und der Beitrag immer teurer wurde.
Was ich dir rate: Schau vor allem auf die Wohngebäude-Police genau hin. Ich hab vor zwei Jahren festgestellt dass mein Versicherungswert seit 2009 nicht mehr angepasst wurde – das wäre im Schadensfall ein echtes Problem geworden. Der neue Tarif kostet mich jetzt mehr, aber ich schlaf ruhiger.
Die Elementarversicherung ist heute meiner Meinung nach Pflicht, egal wo man wohnt. Die Sommer werden extremer – wir hatten hier letzten Monat ein heftiges Unwetter mit Hagelschäden im Viertel. Einige Nachbarn hatten keinen Elementarschutz. Das war kein schönes Nachgespräch.
Kurze Ergänzung noch: Wenn du Rechtsschutz hast, prüf mal ob der auch Immobilien-Streitigkeiten abdeckt – das ist nicht selbstverständlich und oft ein teures Extra-Modul. Viele Leute denken sie sind rundum abgesichert und im konkreten Fall stellt sich raus dass genau dieser Fall ausgeschlossen ist. Lohnt sich einmal genau reinzulesen.
Also ich muss da mal einhaken, weil ich das ein bisschen anders sehe als Sabrina oben.
Die Zahl "1.400 Euro" alleine sagt gar nichts. Entscheidend ist ob du bei der Wohngebäudeversicherung auch wirklich mit dem aktuellen Wert versichert bist – also dem sogenannten gleitenden Neuwertfaktor. Viele ältere Policen, die seit 10, 15 Jahren laufen, haben da einen Versicherungswert der hoffnungslos veraltet ist. Das heißt im Schadensfall zahlt die Versicherung nicht den echten Wiederherstellungswert.
Gerade in den letzten paar Jahren sind Baukosten und Handwerkerpreise massiv gestiegen. Ich würde als erstes prüfen ob deine Gebäudeversicherung noch zeitgemäß kalkuliert ist – und erst dann schauen ob der Preis passt. Günstig nützt nichts wenn man im Brandfall unterversichert ist.
Die 2.000 Euro vom Nachbarn klingen viel, aber wenn der dafür ordentlich abgesichert ist, kann das sogar sinnvoll sein.