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Jobwechsel: Ab wieviel mehr Gehalt rechnet sich das wirklich?

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MarkusB.Riedel
Beiträge: 8
Themenstarter
(@markusb-riedel)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#17]

Hallo zusammen,

ich sitze gerade im Urlaub (ja, Ferienzeit, 35 Grad, man denkt nach...) und grüble schon eine Weile über einen möglichen Jobwechsel nach. Aktuell bin ich seit knapp 6 Jahren bei meinem Arbeitgeber, habe mich hochgearbeitet, verdiene okay – aber nicht überragend. Jetzt habe ich zwei Angebote auf dem Tisch, beide mit deutlich mehr Gehalt auf den ersten Blick.

Aber je länger ich rechne, desto unsicherer werde ich. Beim einen Angebot fällt die betriebliche Altersvorsorge weg, die mein jetziger AG ziemlich großzügig bezuschusst. Beim anderen ist das Gehalt zwar 800 Euro brutto mehr, aber der Weg zur Arbeit wäre doppelt so lang – also mehr Spritkosten oder Bahnticket.

Ich frage mich: Wie rechnet man das wirklich vernünftig durch? Ich meine nicht nur brutto vs. brutto, sondern alle Faktoren: Urlaubstage, AG-Zuschüsse, Pendeln, Probezeit ohne Kündigungsschutz, eventuell neue Arbeitskleidung anschaffen usw.

Hat hier jemand sowas schon durchgerechnet oder sogar einen Wechsel gemacht und im Nachhinein festgestellt, dass es sich doch nicht so gelohnt hat wie gedacht? Oder andersrum – war mehr drin als erwartet?

Wäre echt dankbar für eure Erfahrungen und vielleicht auch für Tipps, wie man das strukturiert angeht.

Markus


3 Antworten
WeltEntdecker27
Beiträge: 4
(@weltentdecker27)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich seh das ehrlich gesagt ein bisschen anders als Wolfgang oben – klar sind die harten Zahlen wichtig, aber man sollte auch nicht vergessen was einem der Job selbst wert ist. Ich hatte mal ne Stelle die mich gut bezahlt hat aber komplett ausgelaugt hat. Am Ende ist man krank geworden oder macht innerlich Dienst nach Vorschrift, und das ist auch kein Gewinn.

Trotzdem: für die reine Zahlenrechnung würde ich ein einfaches Excel aufmachen. Linke Spalte aktueller Job, rechte Spalte neues Angebot. Dann alles rein: Netto-Gehalt, AG-Zuschüsse bAV, vermögenswirksame Leistungen, Jobticket falls vorhanden, Urlaubstage (schätzweise mit Tageslohn bewerten), Pendelkosten abziehen. Am Ende siehst du was wirklich rauskommt.

Bei 800 Euro brutto mehr klingen nach viel, netto sind das vielleicht 450-480 Euro je nach Steuerklasse. Wenn davon 150 Euro für Pendeln und 100 Euro bAV-Verlust wegfallen, bist du plötzlich nur noch 150-200 Euro vorne. Ob das reicht ist dann wirklich Geschmackssache.


Antwort
TobiasK34
Beiträge: 18
(@tobiask34)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hab letztes Jahr gewechselt, kann also aus eigener Erfahrung reden. Auf dem Papier 700 Euro mehr brutto, klang toll. Nach der Rechnung wars deutlich weniger als ich dachte – und dazu kam dass ich drei Wochen Urlaub verloren hab (6 Wochen vorher, nur 5 Wochen neu) und kein Weihnachtsgeld mehr. Hatte ich vorher nicht richtig auf dem Schirm.

Tipp: Im Vorstellungsgespräch oder spätestens bei der Vertragsverhandlung alles abfragen – Sonderzahlungen, Überstundenregelung, Gleitzeit, Homeoffice-Tage. Das hat alles einen finanziellen oder zumindest zeitlichen Wert den man nicht ignorieren sollte.

Mein Wechsel hat sich trotzdem gelohnt, aber weniger wegen dem Gehalt sondern weil die Stelle besser zu mir passt. Finanziell bin ich netto vielleicht 100 Euro besser dran. Nicht gerade der Riesensprint den ich erwartet hatte 😅


Antwort
Klaus_1974
Beiträge: 12
(@klaus_1974)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Nach über 30 Jahren Berufsleben kann ich nur sagen: Schaut auch auf die Stabilität des neuen Arbeitgebers. Ich hab Kollegen erlebt die für ein paar hundert Euro mehr gewechselt sind und dann zwei Jahre später in einer Firma saßen die umstrukturiert wurde. Am Ende war der Wechsel ein Verlustgeschäft.

Gerade in der aktuellen Wirtschaftslage würde ich mir das Unternehmen sehr genau anschauen. Kununu, Glassdoor, Jahresberichte wenn verfügbar. Und mit möglichen künftigen Kollegen reden falls irgendwie möglich.

Die Rechnung mit bAV und Pendeln haben die anderen ja schon gut erklärt. Ich will nur noch ergänzen: Das Dienstalter spielt auch eine Rolle. Nach 6 Jahren hast du in der Regel längere Kündigungsfristen und mehr sozialen Schutz. Das gibt man nicht leichtfertig auf.


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