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Dividendenstrategie oder thesaurierender ETF – was passt langfristig besser?

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Phoenix_1978
Beiträge: 12
Themenstarter
(@phoenix_1978)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#31]

Hallo zusammen,

ich grübele schon eine Weile über diese Frage und komme nicht zu einem klaren Entschluss. Ich bin 47 und versuche seit einigen Jahren ernsthafter Vermögen aufzubauen – Rente ist in vielleicht 20 Jahren ein Thema, aber es drängt noch nicht.

Mein bisheriger Ansatz war ein thesaurierender MSCI World ETF, den ich per Sparplan bespare. Läuft soweit, ich fasse da eigentlich nicht groß ran. Aber ich lese immer mehr über Dividendenstrategien – also gezielt Aktien oder ETFs mit hoher Ausschüttungsrendite zu kaufen, um irgendwann einen laufenden Cashflow zu haben. Das klingt verlockend, gerade wenn ich daran denke, wie ich die Rente aufbessern will.

Jetzt konkret meine Fragen:
1. Macht es wirklich einen Unterschied, ob ich Dividenden bekomme oder ob der Kurs durch Thesaurierung steigt – mathematisch ist doch beides dasselbe, oder?
2. Gibt es steuerliche Vor- oder Nachteile die ich übersehen könnte?
3. Hat jemand beides parallel laufen und kann das aus eigener Erfahrung vergleichen?

Ich hab gelesen, dass Dividendenstrategen oft argumentieren, der Cashflow gibt einem psychologische Stabilität in Crashphasen – kann da jemand was zu sagen?

Freue mich über Einschätzungen, gerne auch kritische. Bin kein Profi, lerne aber gerne dazu.

Grüße, Phoenix


2 Antworten
H.Zimmermann
Beiträge: 18
(@h-zimmermann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Klaus hat das eigentlich schon gut zusammengefasst. Ich würd nur ergänzen: Für die meisten Leute ist der thesaurierende ETF einfach die bequemere Lösung, weil man sich um nichts kümmern muss. Dividenden klingen toll, aber dann muss man das Geld ja auch sinnvoll wiederanlegen – und das tut kaum jemand konsequent.


Antwort
Klaus_1973
Beiträge: 7
(@klaus_1973)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Gute Frage, ich hab mich da vor ein paar Jahren ähnlich durchgekämpft. Kurz zu deinen Punkten:

Zu 1: Ja, rein mathematisch ist es dasselbe – der sogenannte "Dividendenzahlungsillusion" liegt darin, dass der Kurs bei Ausschüttung um genau den Dividendenbetrag fällt. Du bekommst also kein "Geld aus dem Nichts". Das vergessen viele.

Zu 2: Steuerlich ist der Thesaurierer in Deutschland sogar leicht im Vorteil, weil keine Abgeltungssteuer auf Ausschüttungen anfällt solange du nicht verkaufst. Bei Dividenden wird sofort besteuert, auch wenn du das Geld gar nicht brauchst. Da gibt's zwar den Freistellungsauftrag, aber der ist mit 1.000 € schnell ausgeschöpft.

Zu 3: Ich habe beides – einen thesaurierenden MSCI World und ein paar Dividendenaktien. Ehrlich gesagt ist der psychologische Effekt der Dividenden real. Man sieht, dass das Depot "arbeitet", auch wenn der Kurs gerade im Keller ist. Ob das die höhere Steuerlast rechtfertigt, muss jeder selbst entscheiden.

Ich hab dazu auch im ESG-Thread was geschrieben – da ging's zwar um Nachhaltigkeit, aber die Grundlogik bei Ausschüttung vs. Thesaurierung ist dieselbe.

Ach ja, falls du durch die ganzen ETF-Überlegungen eh gerade deine Finanzen neu sortierst: Schau dir mal einen Girokontenvergleich an, ich hab dadurch festgestellt, dass ich jahrelang unnötig Gebühren gezahlt hab. Lohnt sich, das kurz zu checken. Hier Girokonten vergleichen


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