kurze Ergänzung: Zuzahlungen für Fahrkosten (Krankentransport) werden oft vergessen, die zählen auch zur Belastungsgrenze dazu. Und Rezeptgebühren natürlich. Alles sammeln und dokumentieren!
Das Thema kenn ich gut, hab mich da auch mal reingefuchst. Die Belastungsgrenze liegt grundsätzlich bei 2% des jährlichen Bruttoeinkommens des Haushalts, bei chronisch Kranken bei 1%. Das muss man tatsächlich selbst beantragen – die Kasse macht das nicht automatisch. Du sammelst alle Belege über das Jahr, und wenn du die Grenze erreichst, stellst du den Antrag auf Befreiung für den Rest des Jahres.
Wichtig: Zum Haushalt zählen Ehepartner und Kinder, deren Einkommen wird einbezogen, aber es gibt Freibeträge. Das senkt die effektive Grenze oft spürbar.
Wegen chronisch krank: Das gilt nach wie vor, man braucht aber einen entsprechenden Nachweis vom Arzt. Die Definition 'chronisch krank' ist relativ klar geregelt (mindestens ein Arztbesuch pro Quartal wegen derselben Erkrankung über mindestens ein Jahr).
Für die aktuellen Zahlen würd ich direkt auf der Website deiner Krankenkasse schauen oder den GKV-Spitzenverband – die haben das meistens aktuell aufbereitet.
Also ich bin jetzt schon ein paar Jährchen dabei mit dem ganzen Gesundheitskram und kann bestätigen: Den Antrag auf Zuzahlungsbefreiung müsst ihr wirklich selbst stellen, das läuft nicht von alleine. Ich mach das immer Anfang des Jahres, wenn ich abschätzen kann wie's läuft. Die Kasse schickt dann eine Befreiungskarte, die zeigt man beim Arzt oder in der Apotheke vor.
Ein Tipp noch: Rezepte für Medikamente – manche Ärzte können auf sogenannte OTC-Ausnahmen hinweisen, also Medikamente die normalerweise rezeptfrei sind, aber unter bestimmten Bedingungen auf Kassenrezept verordnet werden dürfen. Da lohnt es sich nachzufragen.
Und Hausarztmodell stimmt, das kann Kosten sparen – aber ob das bei eurer Kasse wirklich was bringt, hängt sehr vom konkreten Tarif ab. Nicht pauschal davon ausgehen.