Hallo zusammen,
ich bin dabei, mich ernsthaft mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, für 2-3 Jahre ins Ausland zu gehen – wahrscheinlich Spanien oder Portugal. Beruflich könnte ich das als Freelancer umsetzen, aber die größere Herausforderung ist für mich die finanzielle Seite.
Ich habe derzeit mehrere ETF-Sparpläne laufen (insgesamt ca. 500€/Monat) und ein Tagesgeldkonto mit kleineren Reserven. Meine Frage: Wie handhabe ich das steuerlich korrekt, wenn ich meinen Wohnsitz nach Spanien verlege? Muss ich die Sparpläne pausieren, oder kann ich die laufen lassen? Gibt es bei der Abgeltungssteuer Besonderheiten, wenn man als Deutscher im EU-Ausland lebt?
Auch interessiert mich: Wie kriege ich das mit dem deutschen Depot/der Depot-Bank hin? Brauche ich ein spanisches Depot, oder geht das auch remote? Und wie sieht es mit Meldepflichten aus – muss ich das Finanzamt informieren, bevor ich gehe?
Ich möchte sicherstellen, dass ich keine teuren Fehler mache. Wer hat das schon gemacht oder berät sich dazu?
Danke!
Achtung, Bernd – basierend auf dem, was ich in meinen Jahren im HR immer wieder sehe: Viele unterschätzen die bürokratischen Hürden und unterschreiben vorschnell irgendwelche digitalen Formen, ohne alles zu checken.
Zu deiner Frage: Das Wichtigste ist ehrlich gesagt, dass du deinen Status klar machst – bist du noch Resident in Deutschland oder nicht? Viele Freelancer machen den Fehler, dass sie sich abmelden, ihre Bankverbindung aber noch deutsch ist und dann kommen Unstimmigkeiten. Die Behörden mögen das gar nicht.
Work-Life-Balance-Tipp von mir: Lass dich nicht stressen von allen Optionen. Regeln die Basics zuerst – Anmeldung Spanien, Abmeldung Deutschland, Steuerberater – und dann kümmere dich um die Finanzstruktur. In dieser Reihenfolge macht es weniger Kopfschmerzen.
Das ist eine sehr praktische Frage, Bernd – und ehrlich gesagt eine, die ich mir selbst schon gestellt habe. Kurz gesagt: Die Abgeltungssteuer ist eine deutsche Steuer, die an deinen Wohnsitz gebunden ist. Sobald du nach Spanien ziehst und dort deinen Lebensmittelpunkt anmeldest, bist du in Spanien steuerpflichtig.
Das bedeutet konkret: Deine Kapitalerträge unterliegen dann spanischen Steuersätzen (je nach Einkommen 19–45%). ABER: Deutschland und Spanien haben ein Doppelbesteuerungsabkommen. Das kann dir helfen, Doppelbesteuerung zu vermeiden – musst du aber aktiv regeln.
Meine Empfehlung: Sprich VORHER mit einem Steuerberater, der sich mit Auswandererfällen auskennt. Die 200–300€ sind gut investiert. Zur Depot-Frage: Die meisten deutschen Banken akzeptieren einen spanischen Wohnsitz weiterhin – musst du aber mitteilen und evtl. neu verifizieren.
Nicht vergessen: Finanzamt und Gemeinde müssen informiert werden, BEVOR du gehst. Das ist wichtig für die Abmeldung und die Steuererklärung für das Abgangsjahr.