Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei, mich neu zu orientieren beruflich. Nach ein paar Jahren im selben Job merke ich, dass ich mal schauen sollte was da draußen so geht. Ein Bekannter hat mir Hokify empfohlen, außerdem kenne ich noch Campusjäger und so einen Haufen anderer Apps wo man sich angeblich mit zwei Klicks bewerben kann.
Ich bin ehrlich gesagt skeptisch. Das klingt alles ein bisschen zu einfach. Wenn ich mir vorstelle, dass meine Bewerbung irgendwo in einem digitalen Stapel landet, weil die Plattform mit Hunderten von Nutzern geflutet ist, dann frage ich mich: kommt da überhaupt noch jemand durch? Und wie seriös sind die Unternehmen, die dort inserieren? Ich hab schon mal gehört, dass da viel Schrott dabei ist, also Scheinstellen oder Firmen die nur Daten sammeln wollen.
Andere Frage: Wie ist das mit dem Datenschutz bei sowas? Man lädt ja seinen Lebenslauf hoch und weiß nicht genau wo der landet.
Hat hier jemand konkrete Erfahrungen damit gemacht – positiv oder negativ? Lohnt sich der Aufwand wirklich oder bin ich mit klassischen Bewerbungsportalen wie Stepstone oder Indeed besser bedient? Ich frage mich auch ob das vielleicht eher was für jüngere Leute ist, ich bin Ende 40.
Freue mich über ehrliche Einschätzungen, keine Werbetexte bitte.
Ich seh das ein bisschen differenzierter. Ich hab mich selbst intensiv mit Bewerbungsstrategien beschäftigt – auch für Führungspositionen – und da sind solche App-Plattformen fast nie das richtige Werkzeug. Je qualifizierter und erfahrener du bist, desto weniger passt das Format. Ein zwei-Klick-Profil transportiert null von dem was dich als Kandidat ausmacht.
Für Einstiegsjobs oder wenn man schnell viele Optionen sichten will kann ich mir vorstellen dass das Sinn macht. Aber für jemanden der Ende 40 ist und sich gezielt neu orientieren will? Da würde ich die Energie lieber in ein gepflegtes LinkedIn-Profil stecken, Netzwerk aktivieren und gezielt auf Stellen bewerben statt mit der Schrotflinte alles abzufeuern.
Die Datenschutzbedenken sind übrigens berechtigt. Ich würde immer prüfen ob die Plattform DSGVO-konform arbeitet und welche Drittparteien Zugriff auf die Daten haben. Das steht meist irgendwo in den AGBs, auch wenn man die natürlich erstmal finden muss.