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Auswandern nach Portugal – wie startet man das am besten an?

4 Beiträge
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Petra-Hoffmann
Beiträge: 13
Themenstarter
(@petra-hoffmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#21]

Hallo zusammen! Ich bin Petra und nach gefühlten 15 Jahren mal wieder hier im Forum – ihr werdet mich nicht mehr kennen, aber egal, ich fange einfach neu an 😄

Ich plane seit einer Weile ernsthaft, nach Portugal auszuwandern, wahrscheinlich Richtung Lissabon oder Algarve. Der Traum ist schon alt, aber jetzt soll er endlich Realität werden. Problem ist: Ich weiß noch nicht mal wo ich anfangen soll.

Konkret beschäftigen mich gerade folgende Fragen:

– Was für ein Visum brauche ich als Deutsche? Ich habe gelesen, dass es seit einigen Jahren den sogenannten D7-Visum gibt für Leute mit passivem Einkommen oder Rente, aber ich bin noch nicht in Rente und habe kein klassisches passives Einkommen. Gibt es da andere Optionen?

– Wie läuft das mit der Steuer? Bleibt man in Deutschland steuerpflichtig oder wechselt man komplett ins portugiesische System? Ich habe von der NHR-Regelung gehört, die soll wohl steuerlich interessant sein, aber ich verstehe das Prinzip noch nicht richtig.

– Wie ist das mit Krankenversicherung? Ist die GKV aus Deutschland noch gültig oder muss man sich dort neu versichern?

Falls jemand selbst Erfahrungen hat oder sich damit auskennt, wäre ich super dankbar für ein paar ehrliche Einschätzungen. Kein Hochglanz-Auswanderer-Blog-Zeug, sondern echte Infos 😊

Danke schonmal!


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3 Antworten
L.Weber
Beiträge: 27
(@l-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich kenn mich mit dem Auswandern selbst nicht aus, bin ja gerade erst ins Berufsleben gestartet 😅 Aber zum Thema Steuern und Krankenversicherung würd ich generell sagen: unbedingt einen Fachmann ran lassen bevor du irgendwas unterschreibst. Hab das bei meinen ersten Versicherungsvergleichen auch unterschätzt wie komplex das werden kann. Viel Erfolg jedenfalls, klingt nach einem tollen Plan!


Antwort
TechMax_87
Beiträge: 7
(@techmax_87)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Hey Petra, willkommen zurück!

Ich bin kein Auswanderer, aber ich arbeite viel remote und habe mich aus beruflichen Gründen mal intensiv mit digitalen Nomaden-Visa und Steuerthemen in Südeuropa beschäftigt.

Zum D7-Visum: Das setzt tatsächlich nachweisbares regelmäßiges Einkommen voraus – Rente, Mieteinnahmen, Freelancer-Einnahmen etc. Wenn du als Selbstständige oder Freiberuflerin arbeitest, wäre das der einfachste Weg. Alternativ gibt es seit 2022 das sogenannte Digital Nomad Visum von Portugal, das speziell für Fernarbeiter gedacht ist – da brauchst du aber einen Einkommensnachweis von mindestens ca. 3.000 € netto monatlich.

Zur NHR-Regelung: Die wurde zum 1. Januar 2024 leider in der alten Form abgeschafft und durch das sogenannte IFICI-Programm ersetzt, das deutlich eingeschränkter ist. Für Rentner oder bestimmte Berufsgruppen gibt es noch Vergünstigungen, aber der alte Steuervorteil für normale Einwanderer ist weg. Das solltest du unbedingt mit einem Steuerberater klären, der auf Expatthemen spezialisiert ist – das lohnt sich wirklich.

Krankenversicherung: Als EU-Bürgerin hast du erstmal Übergangsschutz, aber auf Dauer brauchst du entweder Zugang zum portugiesischen SNS (staatlich) oder eine private Auslandskrankenversicherung. Ich hab für Kurzaufenthalte immer digitale Lösungen wie Genki oder SafetyWing verglichen – für Langzeit würde ich aber eher auf eine klassische Expat-Police setzen.


Antwort
MarkusB.Riedel
Beiträge: 8
(@markusb-riedel)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich muss kurz den Hype um Portugal ein bisschen bremsen, den man überall liest.

Die Lebenshaltungskosten dort sind in den letzten Jahren massiv gestiegen, gerade in Lissabon. Was vor 5 Jahren noch günstig war, ist heute oft nicht weit von deutschen Verhältnissen entfernt – zumindest in den beliebtsten Gegenden. Die Algarve ist touristisch und im Sommer teuer wie kaum ein anderer Ort. Inland wäre günstiger, aber da musst du wissen ob du das willst.

Ich habe dazu keine eigene Auswanderer-Erfahrung, aber ich lasse mich nicht von Hochglanz-Inhalten leiten und rate jedem: Geh erstmal 2-3 Monate hin, bevor du irgendwas fix planst. Nicht als Tourist, sondern wirklich mit Alltag – Supermarkt, Behörden, Arzt. Das ist ein anderes Erlebnis als Urlaub. Und die Bürokratie in Portugal hat einen ziemlich miesen Ruf, das höre ich immer wieder von Leuten die wirklich dort leben. Das sage ich nicht um deinen Traum zu zertreten, sondern damit du realistisch rangehst.


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