Kurze Antwort: Ja, es geht - aber mit Einschränkungen, die du kennen solltest.
Ich hab mich mit AutoML-Plattformen beschäftigt weil ich für meinen kleinen Shop (Checkout-Abbrüche analysieren) Muster erkennen wollte ohne einen Entwickler beauftragen zu müssen. Was ich gelernt habe: No-Code ML funktioniert wirklich für strukturierte Daten und klare Aufgaben - also zum Beispiel Vorhersagen auf Basis von Tabellendaten.
Dein Beispiel mit Stromverbrauch ist eigentlich ein guter Anwendungsfall. Google AutoML, aber auch die neueren Versionen von Tools wie H2O.ai oder auch direkt Azure ML Studio haben mittlerweile Oberflächen die wirklich ohne Code nutzbar sind. Du lädst CSV-Dateien hoch, wählst was du vorhersagen willst, und das Tool macht das Training im Hintergrund.
Der Haken: Du weißt nicht wirklich was drinnen passiert. Wenn das Modell Mist macht, hast du kaum Möglichkeiten gezielt einzugreifen. Für persönliche Projekte ist das okay. Für geschäftskritisches Zeug würde ich das nicht blind vertrauen.
Bin da eher bei MarcusHeld als bei Helmut-Krause. No-Code ML ist 2026 längst kein Spielzeug mehr.
Für deinen konkreten Anwendungsfall (Stromverbrauch über den Sommer, Vorhersagen) würde ich DataRobot oder auch das kürzlich überarbeitete Vertex AI von Google empfehlen. Beide haben deutlich bessere Erklärbarkeits-Features als noch vor zwei Jahren - du siehst also zumindest welche Variablen das Modell für wichtig hält.
Was ich aber ergänzen möchte: Die Qualität deiner Ergebnisse hängt stark von der Qualität deiner Daten ab. "Garbage in, garbage out" gilt hier genauso wie überall. Wenn du nur ein paar Monate Stromverbrauch hast, werden die Vorhersagen entsprechend begrenzt sein - das ist keine Schwäche des Tools sondern einfach Realität. Für ein echtes Sommerprojekt würde ich mit kleinen, sauberen Datensätzen anfangen und die Erwartungen realistisch halten.