Hallo zusammen,
ich bin seit etwa zwei Jahren als freiberuflicher Webentwickler tätig und arbeite ausschließlich von zuhause aus. Bisher hab ich mich ehrlich gesagt wenig um das Thema Versicherungen gekümmert – ich hatte einfach die Hoffnung, dass meine private Haftpflicht und die Krankenversicherung irgendwie ausreichen. Jetzt wo ich aber größere Projekte an Land ziehe (aktuell ein größeres Kundenprojekt für den Sommer, das bis September laufen soll), frage ich mich ob ich da nicht ein böses Erwachen riskiere.
Konkret beschäftigen mich folgende Fragen:
- Brauche ich als IT-Freelancer zwingend eine Berufshaftpflicht oder reicht die private?
- Ist eine Betriebsunterbrechungsversicherung sinnvoll, wenn man ausschließlich von zuhause arbeitet?
- Mein gesamtes Equipment (2 Monitore, Laptop, Grafiktablett usw.) – ist das über die Hausratversicherung abgedeckt oder nicht?
- Gibt es etwas, das ich als Homeoffice-Freiberufler häufig übersehe?
Ich bin gesetzlich krankenversichert, keine Mitarbeiter, Einzelperson. Der Kram mit Gewerbesteuer usw. läuft über einen Steuerberater, aber Versicherungen hat mir bisher keiner erklärt.
Bin für jeden Hinweis dankbar, gerne auch Erfahrungsberichte aus der Praxis!
Viele Grüße
Martin
Hi Martin,
also das Wichtigste vorweg: Die private Haftpflicht reicht für berufliche Tätigkeit in aller Regel NICHT aus. Die schließt beruflich verursachte Schäden meistens explizit aus. Als IT-Freelancer brauchst du definitiv eine Berufshaftpflicht – und je nach dem was du genau machst, auch eine Vermögensschadenshaftpflicht. Wenn zum Beispiel durch einen Fehler in deinem Code beim Kunden ein Datenverlust entsteht oder ein Projekt scheitert, können die Schadenssummen schnell fünfstellig werden.
Beim Thema Equipment: Schau genau in deine Hausratpolice. Viele decken beruflich genutzte Geräte gar nicht oder nur bis zu einem bestimmten Betrag ab. Da lohnt sich ein Anruf beim Anbieter oder du holst dir eine separate Elektronikversicherung.
Betriebsunterbrechung würd ich bei einem Ein-Mann-Betrieb ohne Mitarbeiter zunächst hintenan stellen – das ist eher für Unternehmen mit laufenden Fixkosten interessant.
Ach ja, Berufsunfähigkeit nicht vergessen! Als Freiberufler hast du keine gesetzliche Absicherung wie Angestellte. Das ist meiner Meinung nach sogar noch wichtiger als die Berufshaftpflicht langfristig gesehen.