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Freelancer im Homeoffice – welche Versicherungen sind Pflicht?

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MartinKrauss
Beiträge: 4
Themenstarter
(@martinkrauss)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#38]

Hallo zusammen,

ich bin seit etwa zwei Jahren als freiberuflicher Webentwickler tätig und arbeite ausschließlich von zuhause aus. Bisher hab ich mich ehrlich gesagt wenig um das Thema Versicherungen gekümmert – ich hatte einfach die Hoffnung, dass meine private Haftpflicht und die Krankenversicherung irgendwie ausreichen. Jetzt wo ich aber größere Projekte an Land ziehe (aktuell ein größeres Kundenprojekt für den Sommer, das bis September laufen soll), frage ich mich ob ich da nicht ein böses Erwachen riskiere.

Konkret beschäftigen mich folgende Fragen:

- Brauche ich als IT-Freelancer zwingend eine Berufshaftpflicht oder reicht die private?
- Ist eine Betriebsunterbrechungsversicherung sinnvoll, wenn man ausschließlich von zuhause arbeitet?
- Mein gesamtes Equipment (2 Monitore, Laptop, Grafiktablett usw.) – ist das über die Hausratversicherung abgedeckt oder nicht?
- Gibt es etwas, das ich als Homeoffice-Freiberufler häufig übersehe?

Ich bin gesetzlich krankenversichert, keine Mitarbeiter, Einzelperson. Der Kram mit Gewerbesteuer usw. läuft über einen Steuerberater, aber Versicherungen hat mir bisher keiner erklärt.

Bin für jeden Hinweis dankbar, gerne auch Erfahrungsberichte aus der Praxis!

Viele Grüße
Martin


5 Antworten
Markus82
Beiträge: 4
(@markus82)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hi Martin,

also das Wichtigste vorweg: Die private Haftpflicht reicht für berufliche Tätigkeit in aller Regel NICHT aus. Die schließt beruflich verursachte Schäden meistens explizit aus. Als IT-Freelancer brauchst du definitiv eine Berufshaftpflicht – und je nach dem was du genau machst, auch eine Vermögensschadenshaftpflicht. Wenn zum Beispiel durch einen Fehler in deinem Code beim Kunden ein Datenverlust entsteht oder ein Projekt scheitert, können die Schadenssummen schnell fünfstellig werden.

Beim Thema Equipment: Schau genau in deine Hausratpolice. Viele decken beruflich genutzte Geräte gar nicht oder nur bis zu einem bestimmten Betrag ab. Da lohnt sich ein Anruf beim Anbieter oder du holst dir eine separate Elektronikversicherung.

Betriebsunterbrechung würd ich bei einem Ein-Mann-Betrieb ohne Mitarbeiter zunächst hintenan stellen – das ist eher für Unternehmen mit laufenden Fixkosten interessant.

Ach ja, Berufsunfähigkeit nicht vergessen! Als Freiberufler hast du keine gesetzliche Absicherung wie Angestellte. Das ist meiner Meinung nach sogar noch wichtiger als die Berufshaftpflicht langfristig gesehen.


Antwort
ClaudiaH
Beiträge: 35
(@claudiah)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich seh das etwas anders als die meisten hier – nicht falsch verstehen, die Tipps stimmen schon. Aber ich finde, bevor man sich in Versicherungen stürzt sollte man erstmal überlegen was man wirklich braucht und was man sich leisten will/kann.

Ich kenn das Dilemma aus einer anderen Ecke: Wer am Anfang als Freelancer steht und vielleicht noch aufbaut, hat oft begrenztes Budget. Da kann man sich auch versicherungstechnisch verzetteln.

Mein Rat: Priorisiere. Berufshaftpflicht – ja, sofort. BU – so bald wie möglich. Equipment – kommt drauf an wie teuer dein Setup ist. Krankentagegeld – schau ob dein KV-Tarif das schon einschließt.

Und für Urlaubszeiten die FrankM_1976 angesprochen hat: Guter Punkt tatsächlich. Ich hab letztes Jahr im Sommer gemerkt dass meine Police bei Abwesenheit über 60 Tage Lücken hatte. Das liest wirklich kaum jemand nach.


Antwort
Frank M.
Beiträge: 9
(@frankm_1976)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich bin zwar kein Freelancer, aber das Thema Versicherungslücken kenn ich aus dem Familienumfeld. Mein Schwager hat mal einen Wasserschaden gehabt und dann gemerkt dass sein Homeoffice-Equipment nicht versichert war – das war kein schöner Sommer.

Was ich sagen wollte: Gerade jetzt im Juni/Juli, wo viele Leute in den Urlaub fahren und man vielleicht selbst mal ein paar Wochen pausiert – bitte unbedingt prüfen ob deine Versicherungen auch dann greifen wenn du nicht vor Ort bist. Einbruch zum Beispiel. Manche Policen haben Klauseln bei längerer Abwesenheit.

Für den Rest bin ich ehrlich gesagt zu wenig vom Fach um da gute Empfehlungen zu machen. Aber die Berufshaftpflicht die die anderen nennen klingt logisch.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 18
(@digitalstack42)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Als jemand der sich viel mit Homeoffice-Setup beschäftigt: Equipment-Schutz wird massiv unterschätzt.

Kurz und knapp was du als IT-Freelancer brauchst:
1. Berufshaftpflicht / Vermögensschadenshaftpflicht – absolutes Muss
2. Elektronikversicherung für dein Equipment – Hausrat deckt berufliche Geräte oft nicht
3. Krankentagegeld als Puffer – gesetzliche KV zahlt erst ab der 43. Woche wenn du freiwillig versichert bist (Achtung: je nach Tarif variiert das!)
4. BU langfristig nicht vergessen

Betriebsunterbrechung würd ich bei Solo-Freelancern tatsächlich auch nicht priorisieren – da stimmm ich Markus82 zu.

Anbietervergleich: Schau dir Hiscox, Exali oder die VHV an für Berufshaftpflicht IT – die haben Tarife die explizit auf IT-Berufe zugeschnitten sind. Preislich liegst du als Einzelperson oft unter 30 Euro im Monat, je nach Deckungssumme.


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