Hallo zusammen,
ich mache mir gerade Gedanken darüber, ob ich als Einzelunternehmer über- oder unterversichert bin. Ich bin seit ein paar Jahren selbstständig und habe mir über die Zeit einiges zusammengebaut – Berufshaftpflicht, Krankenversicherung, das Übliche halt. Aber je mehr ich mich damit beschäftige, desto unklarer wird mir, was davon wirklich unersetzlich ist und was eher nice-to-have.
Konkret frage ich mich: Brauche ich als Einzelkämpfer ohne Mitarbeiter wirklich eine Rechtsschutzversicherung? Und was ist mit Betriebshaftpflicht vs. Berufshaftpflicht – ist das dasselbe, oder sind das zwei verschiedene Dinge? Ich check das immer noch nicht ganz.
Dazu kommt, dass ich aktuell ohnehin über meine Ausgaben nachdenke – Sommer ist ja eine eher ruhigere Phase für mich geschäftlich, da hab ich etwas mehr Zeit zum Durchforsten. Und wenn ich ehrlich bin, zahle ich einiges, ohne wirklich zu wissen, warum.
Hat jemand hier für sich selbst mal eine saubere Prioritätenliste aufgestellt? Was sind die absoluten Must-haves für einen Einzelunternehmer, und wo kann man im Zweifelsfall drauf verzichten?
Freue mich über Erfahrungsberichte aus der Praxis – nicht über Versicherungsvertreter-Texte, sondern echte Einschätzungen.
Danke!
Phoenix_1978
Ich bin zwar nicht selbstständig, aber ich sag mal so: Zu viel Versicherung ist auch nicht gut, man zahlt sich ja arm damit. Mein Rat wäre, erstmal mit einem unabhängigen Makler reden, nicht mit einem gebundenen Vertreter. Die verdienen an jedem Abschluss mit – das sollte man im Hinterkopf behalten.
Gute Frage, das hab ich mir vor einer Weile auch gestellt. Kurz zur Unterscheidung die du ansprichst: Betriebshaftpflicht deckt Schäden ab, die im Rahmen deines Betriebs an Dritten entstehen – zum Beispiel ein Kunde stolpert bei dir im Büro. Berufshaftpflicht ist eher für Schäden durch fehlerhafte Beratung oder Arbeitsfehler, also eher der immaterielle Schaden. Je nach Tätigkeit brauchst du unter Umständen beide, oder eine reicht. Das hängt stark davon ab, was du machst.
Die absolute Basis für mich persönlich: Krankenversicherung (klar, Pflicht), Berufshaftpflicht (wer ohne arbeitet, spielt Roulette) und ich würde eine Berufsunfähigkeitsversicherung dazuzählen – die wird von Selbstständigen massiv unterschätzt. Wenn du krank wirst und nicht arbeiten kannst, kommt von nirgendwo Geld.
Rechtsschutz würde ich als Einzelkämpfer ohne Mitarbeiter als optional einstufen, aber das kommt auf deine Branche an. Hast du regelmäßig Kundenverträge oder strittiges Auftragsrecht, dann kann sie sinnvoll sein.