Hallo zusammen,
ich bin jetzt seit gut 7 Jahren selbstständig (IT-Dienstleistungen) und hab das Thema Altersvorsorge ehrlich gesagt viel zu lange vor mir hergeschoben. Jetzt sitze ich hier, draußen ist es brutal heiß, alle denken an Urlaub – und ich mach mir Gedanken was in 20-25 Jahren ist. Irgendwie hat mich das dieses Jahr gepackt, keine Ahnung warum gerade jetzt.
Das Problem: Ich zahle nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein (keine Pflichtmitgliedschaft in meiner Branche) und hab bisher auch nichts Strukturiertes aufgebaut. Ein paar ETFs laufen, aber das ist mehr Spielgeld als echte Strategie.
Ich hab mal grob gerechnet und festgestellt dass da eine riesige Lücke klafft wenn ich mit 67 aufhören will. Berufsunfähigkeit ist zum Glück versichert, aber für das Alter hab ich praktisch nichts Belastbares.
Meine Fragen:
- Lohnt sich freiwillige Einzahlung in die gesetzliche RV überhaupt?
- Was ist mit Rürup-Rente – für Selbstständige immer noch die erste Wahl oder schon überholt?
- Gibt es Strategien die ihr selbst nutzt oder empfehlt?
Bin für jeden Hinweis dankbar. Steuerberater kommt erst im Herbst, aber vielleicht kann ich hier schon mal Vorüberlegungen sammeln.
Ich seh das etwas anders als DigitalStack42 oben – Rürup hat für mich immer einen schalen Beigeschmack weil das Kapital komplett gebunden ist und du im Todesfall ohne Hinterbliebenenregelung praktisch alles verlierst. Für Leute mit Familie kann das heikel sein.
Ich bin zwar nicht selbstständig, aber ich hab mich durch das Thema Altersvorsorge für Selbstständige mal durchgekämpft weil ein Freund genau deine Frage hatte. Was dabei rausgekommen ist: ETF-Depot als Hauptsäule ist für viele Selbstständige flexibler und langfristig konkurrenzfähig. Rürup nur wenn der Steuervorteil im Hier und Jetzt wirklich substanziell ist – also wenn du in einem hohen Einkommenssteuersatz bist.
Freiwillige gesetzliche RV: Naja. Du kaufst damit Rentenpunkte, aber der "Preis" dafür ist nicht unbedingt günstig. Für bestimmte Lücken (z.B. kurz vor Mindestversicherungszeit) kann das Sinn machen, aber als Hauptstrategie würd ich da skeptisch sein.
Klingt als ob du sowieso bald zum Steuerberater gehst – ich würd das konkret dort durchrechnen lassen, der Teufel steckt bei sowas wirklich im Detail.
Hey, als jemand der auch selbstständig arbeitet (Webentwicklung bei mir) kenn ich das Thema gut. Rürup ist steuerlich tatsächlich interessant, gerade wenn du als Selbstständiger ordentlich verdienst – die Beiträge sind zu einem großen Teil absetzbar, das macht den Unterschied gegenüber klassischen privaten Rentenversicherungen.
Freiwillige gesetzliche RV würd ich mir genauer anschauen bevor du da einzahlst. Der Mindestbeitrag liegt aktuell bei knapp 100€/Monat, aber ob sich das wirklich lohnt hängt von deiner persönlichen Situation ab. Flexibilität hast du da kaum.
Mein Setup (kein Ratschlag, nur was ich selbst mache): Rürup als steueroptimierter Sockelbetrag + ETF-Depot als flexibler Teil. Klingt nach deiner Situation gar nicht so weit weg von dem was du brauchst, du musst das nur etwas strukturierter aufsetzen.
Ein Punkt den viele vergessen: Liquiditätsreserve aufbauen, damit du im Alter nicht zwingend auf bestimmte Entnahmen angewiesen bist. Das gibt Puffer.
Grundsätzlich: Lass dich nicht von dem Sommerloch einlullen, das Thema lohnt sich jetzt anzugehen.