Hallo zusammen,
ich stecke gerade mitten in der Planung eines größeren Sommerprojekts – wir wollen unsere Website für drei weitere Märkte (Frankreich, Polen, Spanien) öffnen und ich grübele schon seit Wochen, wie man das strategisch richtig angeht.
Mein konkretes Problem: Ich weiß, dass man für internationale SEO nicht einfach nur übersetzen kann. Aber wie entwickle ich überhaupt erst eine sinnvolle Strategie, BEVOR ich anfange irgendwas umzusetzen? Konkret frage ich mich:
1. Wie analysiere ich, ob in den Zielmärkten überhaupt genug Suchvolumen für meine Themen existiert? Welche Tools nutzt ihr da?
2. Macht es Sinn, alle drei Länder gleichzeitig anzugehen oder lieber einen nach dem anderen?
3. Wie gehe ich mit kulturellen Unterschieden um – also nicht nur Sprache, sondern auch andere Suchgewohnheiten, andere Keywords die Menschen tatsächlich benutzen?
4. Gibt es Erfahrungen damit, lokale Redakteure in den Zielmärkten einzubinden oder macht das den Aufwand unverhältnismäßig groß?
Wir sind ein kleines Team, also Ressourcen sind begrenzt. Ich möchte nicht den Fehler machen, alles auf einmal zu starten und dann nirgendwo richtig Gas geben zu können.
Freue mich über jede Erfahrung aus der Praxis – gerne auch wenn jemand schon gescheitert ist, daraus lernt man meistens am meisten.
Danke!
Wolfgang
Ich kenn das Problem mit dem zu-viel-auf-einmal – hab das selbst schon durch. Drei Märkte gleichzeitig anzugehen ohne ausreichend Ressourcen endet fast immer damit, dass überall Mittelmaß rauskommt und nirgendwo wirklich was passiert.
Den Rat mit Frankreich zuerst find ich gut. Würde ich genauso machen.
Eins noch zum Thema kulturelle Unterschiede: Schau dir unbedingt auch an wie Leute in den Zielmärkten bei Google suchen – also die SERP-Landschaft. Was erscheint bei typischen Suchanfragen? Videos, Ratgeber, Shops? Das sagt dir viel darüber, was Google in dem Markt für relevant hält und entsprechend welchen Content du produzieren musst. Das ist oft aufschlussreicher als reines Keyword-Volumen.
Michi hat nen Punkt, aber ich würde trotzdem sagen: Strategie kommt vor Technik. Was nützt dir perfektes hreflang, wenn du im Zielmarkt gar kein Suchvolumen hast oder die Konkurrenz dich zerquetscht?
Zu deiner konkreten Frage nach den Tools für die Marktanalyse: Semrush hat eine eigene Funktion für Ländervergleiche, mit der du Suchvolumina direkt nebeneinander sehen kannst. Ahrefs geht ähnlich. Für kleines Budget würde ich mit Ubersuggest anfangen, ist nicht perfekt aber für eine erste Einschätzung reicht es.
Was ich aus eigener Erfahrung sagen kann: Spanien ist SEO-technisch deutlich fragmentierter als man denkt. Du hast Spanien, Mexiko, Argentinien – gleiche Sprache, aber sehr unterschiedliche Suchmuster und Wortschatz. Wenn du Spanisch meinst, welches Spanisch ist dann die Frage.
Polen hingegen ist ein sehr homogener Markt, aber die Sprache ist komplex und maschinelle Übersetzungen fallen sofort auf. Da führt kein Weg an echten Muttersprachlern vorbei.
Mein Rat: Starte mit Frankreich, es ist am leichtesten einzugrenzen und kulturell für viele Teams aus dem DACH-Raum noch am nächsten dran. Dann kannst du im Herbst, wenn der Sommer-Trubel vorbei ist, auswerten und entscheiden ob Polen oder Spanien als nächstes drankommt.
Hallo Wolfgang,
spannende Frage! Ich kenne das Thema zwar eher aus einer anderen Richtung – ich beschäftige mich mehr mit Finanzen und Vergleichen (z.B. hab ich neulich viel Zeit in den Thread ESG-Fonds im Check - wie durchschaue ich Greenwashing? investiert) – aber internationale Märkte kenne ich ein bisschen aus eigener Erfahrung mit Content-Projekten.
Mein wichtigster Rat zur Marktanalyse: Bevor du irgendwas baust, schau dir mit Ahrefs oder Semrush die organische Konkurrenz in den Zielmärkten an. Nicht nur Suchvolumen, sondern welche lokalen Seiten bereits oben ranken. Wenn da nur starke einheimische Platzhirsche sitzen, wirst du als Newcomer Jahre brauchen.
Zu deiner Frage Gleichzeitig vs. Nacheinander: Ich würde klar sagen, fang mit einem Markt an. Besser eine Sprache wirklich gut als drei halbherzig. Frankreich ist oft dankbarer als Spanien als Einstieg, weil der Markt etwas weniger hart umkämpft ist – aber das hängt natürlich von deiner Nische ab.
Lokale Redakteure sind aus meiner Sicht fast unverzichtbar, wenn man es ernst meint. Maschinell übersetzte oder sogar manuell übersetzte Texte von jemandem, der die Kultur nicht kennt, klingen immer irgendwie schief.
Ich sehe das ein bisschen anders als Sabrina. Lokale Redakteure klingen gut, kosten aber schnell sehr viel – und wenn man ein kleines Team ist wie du schreibst, kann das das ganze Projekt schon vor dem Start kippen.
Ich mach sowas privat nebenbei und halte generell viel davon, erstmal mit guten Freelancern pro Markt zu testen. Schreib dir für jeden Zielmarkt 5-10 Pilotartikel, schau wie die performen, und entscheide dann ob sich der Aufwand lohnt. Das gibt dir auch echte Daten statt nur Theorie.
Zur Keyword-Recherche: Google Search Console in Kombination mit dem kostenlosen Keyword Planner gibt schon erstaunlich viel her, wenn man kein Profi-Budget hat. Und ganz ehrlich – ich würde für die initiale Marktanalyse auch Google Trends nicht unterschätzen, gerade um saisonale Unterschiede zwischen Ländern zu erkennen. Gerade im Sommer verschieben sich Suchmuster teils deutlich, das ist interessant zu beobachten.
Was die kulturellen Unterschiede angeht: Das ist das Schwierigste und lässt sich kaum mit Tools lösen. Da hilft nur: Leute aus dem Land fragen, auch wenn's Bekannte sind.