Hallo zusammen,
ich bin seit letztem Jahr stolze Hausbesitzerin und ehrlich gesagt überfordert mich das Thema Versicherungen noch immer ein bisschen. Ich habe jetzt bei der Suche nach einer geeigneten Police ständig zwei Begriffe gelesen: "Gebäudeversicherung" und "Wohngebäudeversicherung" – und ich verstehe einfach nicht, ob das zwei verschiedene Produkte sind oder ob das im Grunde dasselbe ist, nur anders bezeichnet.
Bei meiner Bank wurde mir eine "Wohngebäudeversicherung" angeboten, beim Versicherungsmakler meiner Nachbarin hieß es plötzlich nur noch "Gebäudeversicherung". Ist das reine Namenssache der jeweiligen Anbieter, oder gibt es da tatsächlich inhaltliche Unterschiede, zum Beispiel was abgedeckt ist oder für welche Art von Gebäude welche Variante gilt?
Ich habe ein normales Einfamilienhaus, keine Gewerberäume oder sowas. Das Haus ist Baujahr 1978, also nicht mehr das jüngste, aber gut in Schuss. Mich treibt das Thema gerade um, weil ich in den letzten Wochen – dieser Sommer ist ja wirklich extrem – schon zweimal von Hagelschäden bei Nachbarn gehört habe und langsam nervös werde, ob ich überhaupt ausreichend abgesichert bin.
Wenn jemand das einfach erklären kann, ohne gleich in Fachsprache zu verfallen, wäre ich sehr dankbar. Ich möchte das endlich verstehen, bevor ich irgendetwas unterschreibe.
Viele Grüße
Renate
Hallo Renate,
kann ich kurz was dazu sagen, auch wenn ich kein Versicherungsprofi bin – ich hab mich das vor einer Weile auch gefragt, als ich angefangen hab, mich mehr ums Haus zu kümmern.
Kurz gesagt: Die beiden Begriffe meinen in der Praxis fast immer dasselbe. "Wohngebäudeversicherung" ist einfach die präzisere Bezeichnung, weil sie klarstellt, dass es um ein Gebäude geht, das zum Wohnen genutzt wird – also kein Fabrikgebäude oder sowas. Manche Anbieter nennen es einfach nur "Gebäudeversicherung", meinen aber dasselbe Produkt für Wohnhäuser.
Der tatsächliche Unterschied kommt erst, wenn du gewerbliche Gebäude oder gemischt genutzte Immobilien versichern willst – da gibt es dann wirklich andere Policen mit anderen Bedingungen. Für dein Einfamilienhaus ist das aber nicht relevant.
Wichtig ist eher, was in der jeweiligen Police drin ist: Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel – das sind die Basisbausteine. Gerade bei dem Wetter diesen Sommer würde ich drauf achten, dass Hagel und Sturm wirklich mit drin sind. Das ist aber bei den meisten Standardpolicen dabei.
Viel Erfolg beim Vergleichen!
Ist im Grunde das Gleiche für Wohnhäuser. Nicht zu viel drüber nachdenken, einfach Angebote vergleichen und schauen was an Risiken eingeschlossen ist. Hagel sollte bei dem Sommer Pflicht sein.
Wolfgang hat das im Wesentlichen richtig erklärt. Ich ergänze kurz aus etwas nüchterner Sicht, weil ich mich beruflich öfter mit Versicherungsthemen beschäftigt habe.
Der Begriff "Gebäudeversicherung" ist der Oberbegriff. Darunter fallen verschiedene Unterarten – die Wohngebäudeversicherung ist davon die häufigste und deckt eben privat genutzte Wohngebäude ab. Daneben gibt es z.B. Gewerbegebäudeversicherungen oder spezielle Policen für landwirtschaftliche Gebäude. Für Laien klingt das verwirrend, weil Makler und Banken die Begriffe tatsächlich oft synonym verwenden, was streng genommen nicht ganz korrekt ist, aber in der Praxis für Privatleute keine Rolle spielt.
Für dein Baujahr 1978 solltest du übrigens auf den Versicherungswert achten. Ältere Häuser werden manchmal mit einem zu niedrigen Wert angesetzt, was im Schadensfall zu einer Unterversicherung führen kann. Das ist ein häufig unterschätztes Risiko – gerade wenn man einfach eine günstige Police abschließt, ohne den Wert ordentlich prüfen zu lassen.
Dieses Thema mit der Absicherung korrekt hinzubekommen ist wirklich wichtig, das kenn ich auch aus anderen Bereichen – ich hab dazu mal was im Kontext Minijobs und Absicherung geschrieben: Minijobber und Rente: Welche Absicherung ist möglich? – anderes Thema, aber die Grundproblematik "unklare Begriffe, falsches Produkt" taucht überall auf.
Liebe Renate,
ich kann deine Verwirrung sehr gut nachvollziehen, ich war vor Jahren genauso ratlos als wir unser Haus abgesichert haben.
Die anderen haben das schon gut erklärt – es ist im Kern dasselbe für ein normales Wohnhaus. Ich möchte aber noch einen praktischen Hinweis ergänzen, den ich damals gerne gehabt hätte: Schau nicht nur auf den Preis, sondern unbedingt auf die sogenannte "gleitende Neuwertversicherung". Das bedeutet, dass dein Haus im Schadensfall zu heutigen Baukosten wieder aufgebaut werden kann – und nicht zu dem Wert, den es vielleicht vor zwanzig Jahren hatte. Gerade Häuser aus den 70er Jahren werden da gerne unterschätzt.
Außerdem: Frag beim Abschluss explizit nach Elementarschäden. Das ist oft kein Bestandteil der Basispolice, sondern ein Zusatzbaustein – und deckt dann zum Beispiel Überschwemmungen oder Starkregen ab. Bei dem Wetter, das wir diesen Sommer haben, ist das kein Luxus mehr sondern meiner Meinung nach fast schon Pflicht. Unsere Nachbarschaft hatte letztes Jahr einen Starkregen und zwei Keller liefen voll – und einer der Nachbarn war nicht versichert dafür. Das war wirklich eine böse Überraschung.
Viel Erfolg, du machst das schon richtig, dass du dich jetzt darum kümmerst!