Hallo zusammen,
ich berate seit Jahren Selbstständige und kleine Unternehmer bei der Absicherung ihrer Betriebsrisiken – vor allem Betriebshaftpflicht und Berufshaftpflicht. Das funktioniert, aber jetzt merke ich immer häufiger ein Problem: Viele meiner Mandanten optimieren ihre Versicherungen, sparen dadurch monatlich 50–100 Euro, investieren das aber nicht in die Altersvorsorge.
Die Logik ist nachvollziehbar – erst mal die aktuellen Risiken absichern, dann später kümmern. Aber gerade im September, wenn die neuen Versicherungsjahre anstehen, wäre es der perfekte Zeitpunkt, das zusammenzudenken.
Meine Frage: Wie macht ihr das konkret? Nutzt ihr spezielle Versicherungstarife für Selbstständige, die bereits eine Altersvorsorge-Komponente haben? Oder haltet ihr Versicherungen und private Vorsorge bewusst getrennt?
Mich interessiert vor allem die praktische Seite – welche Abläufe und Strategien fahrt ihr, um beides nicht aus dem Blick zu verlieren?
Das ist eine sehr gute Beobachtung, Marcus. Ich halte Versicherungsschutz und Altersvorsorge bewusst getrennt, aber mit System: Die Betriebshaftpflicht ist für mich eine Notwendigkeit – da verhandle ich streng nach Leistung und Beitrag. Die freiwerdenden Mittel laufen dann über einen separaten Vorsorgeplan, meist ETF-basiert für Selbstständige ohne Rentenanspruch.
Der Vorteil: Ich habe volle Flexibilität bei der Geldanlage und bin nicht an Versicherungsprodukte gebunden, die oft weniger rentabel sind. Gleichzeitig behalte ich einen klaren Überblick – monatlich eine Überweisung für die Altersvorsorge, unabhängig von Versicherungsanpassungen.
Was ich empfehle: Versicherungen als Notwendigkeit sehen, Altersvorsorge als separate Strategie. Das ist zeitaufwändiger, zahlt sich aber langfristig aus.