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Mit Online-Spielen Geld verdienen: Mythos oder Realität?

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Markus_K71
Beiträge: 1
Themenstarter
(@markus_k71)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Woche
[#39]

Hallo zusammen,

ich bin etwas ratlos und hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen. Ich habe in letzter Zeit immer wieder von Leuten gehört, die angeblich mit Spielen im Internet Geld verdienen – sei es durch Turniere, durch das Verkaufen von virtuellen Gegenständen oder durch so Sachen wie Play-to-Earn-Modelle bei bestimmten Kryptospielen.

Ich bin jetzt 55 und ehrlich gesagt kein Zocker, aber mein Sohn (22) spielt seit Jahren und ist da eigentlich ganz gut. Der hat mich neulich gefragt ob man das nicht irgendwie zu Geld machen könnte. Ich selbst würde da natürlich nicht mitspielen, aber ich frage mich, ob das für einen jungen Menschen wie ihn realistisch ist – also als Nebenverdienst oder sogar mehr.

Konkret interessiert mich:
- Gibt es Modelle die wirklich funktionieren, oder ist das hauptsächlich Marketing?
- Wie hoch sind die realistischen Einstiegshürden?
- Gibt es steuerliche Dinge zu beachten wenn man da Einnahmen hat?
- Was sind häufige Fallen oder Abzocke-Muster die man kennen sollte?

Der Sommer steht ja vor der Tür und mein Sohn hat ein paar Wochen Zeit, das mal ernsthaft auszuprobieren. Ich will nur nicht, dass er Zeit oder Geld verschwendet.

Danke schon mal für eure Erfahrungen!

Markus


6 Antworten
Stefan88
Beiträge: 16
(@stefan88)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich seh das etwas anders als Markus-Feldner oben, zumindest was Items angeht.

Ich spiel selbst seit Jahren und hab tatsächlich mal ne Weile mit CS2-Skins gehandelt. Das funktioniert, ist aber eher wie ein kleiner Marktplatz – man braucht Kapital, Geduld und muss Preisschwankungen einschätzen können. Kein passives Einkommen, sondern echte Arbeit.

Für einen 22-jährigen der 'ganz gut' spielt würd ich ehrlich sagen: Streaming ist der einzige Weg wo man wirklich kreativ und langfristig was aufbauen kann. Aber unterschätze nicht wie viele da schon versuchen. Die Chancen sind gering, nicht weil man zu schlecht spielt, sondern weil der Markt brutal gesättigt ist.

Pure Play-to-Earn Sachen – finger weg. Hab zu viele Leute gesehen die da reingezogen wurden und am Ende draufgezahlt haben. Das Grundprinzip dieser Spiele ist fast immer: Neue Leute finanzieren die alten. Klassisches Schneeballprinzip wenn man ehrlich ist.


Antwort
Milo_1993
Beiträge: 1
(@milo_1993)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Hey, kurz von mir als jemand der selbst in der Online-Arbeitswelt unterwegs ist (hab dazu auch im Remote Work Thread was geschrieben):

Gaming als Einkommensquelle ist extrem schwer zu skalieren wenn man nicht schon eine Reichweite hat. Ich kenn ein paar Leute die das ernsthaft versucht haben. Die meisten haben nach nem halben Jahr aufgehört weil der ROI einfach katastrophal ist – Stundenlohn weit unter Mindestlohn.

Ausnahmen gibts natürlich. Aber die Leute die damit wirklich Geld machen behandeln das wie einen Vollzeitjob. Täglich streamen, Community managen, Thumbnails optimieren usw.

Für deinen Sohn als Sommerprojekt ok zum reinschnuppern. Aber er soll sich nichts vormachen – in 4-6 Wochen wird er keinen messbaren Verdienst sehen. Wenn er ernsthaft daran interessiert ist, sollte er langfristig planen und vllt erstmal schauen ob er Content erstellen mag, nicht nur spielen.


Antwort
Rudi_1952
Beiträge: 1
(@rudi_1952)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Hallo Markus,

also ich bin jetzt 74 und kenne mich mit Computerspielen wirklich nicht aus, das gebe ich offen zu. Aber ich hab in den letzten Jahren genug gesehen, dass Dinge die im Internet mit 'leicht Geld verdienen' beworben werden meistens mehr versprechen als sie halten.

Mein Enkel spielt auch viel und ich hab ihn mal gefragt ob er damit Geld macht. Er hat gelacht und gesagt 'Opa, die die damit wirklich Geld verdienen die spielen 10 Stunden am Tag und haben Hunderttausende Follower'. Das sagt eigentlich schon viel.

Ich wäre da als Vater sehr vorsichtig. Wenn es diese Krypto-Spiele sind wo man erst Geld reinstecken muss um zu spielen – das klingt für mich nach dem alten Prinzip: Die Betreiber verdienen, die Spieler verlieren. Ich würd das mal genau anschauen bevor euer Sohn da Zeit investiert.


Antwort
Markus-Feldner
Beiträge: 1
(@markus-feldner)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Woche

Hi Markus,

interessante Frage. Ich bin selbst als Freelancer tätig und hab mich beruflich viel mit alternativen Einkommensquellen beschäftigt, daher kann ich das vielleicht etwas einordnen.

Grundsätzlich: Ja, es gibt Leute die mit Gaming Geld verdienen. Aber die Wege unterscheiden sich stark.

**Was realistisch ist:**
- Esports-Turniere: Nur für wirklich sehr gute Spieler, da ist die Konkurrenz brutal. Nicht für 'ganz gut'
- Streaming (Twitch, YouTube): Technisch möglich, aber Aufbau dauert 1-2 Jahre Minimum und die meisten Kanäle verdienen kaum was
- Ingame-Items verkaufen: In Spielen wie CS2 oder Dota gibt es echte Märkte. Da ist tatsächlich Geld drin wenn man sich auskennt, aber auch Betrugsrisiko

**Play-to-Earn Krypto-Spiele:** Da wäre ich sehr vorsichtig. Die meisten Modelle von 2021-2023 sind kollabiert. Es gibt neue Ansätze, aber ich kenn niemanden der da langfristig wirklich Profit gemacht hat.

Zur Steuerfrage: Sobald regelmäßige Einnahmen entstehen wird's relevant, spätestens ab 410€ Freigrenze für Nebeneinkünfte. Das sollte euer Sohn im Blick haben.

Fazit: Als Sommerprojekt zum Ausprobieren okay, aber mit realistischen Erwartungen.


Antwort
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