Ich schau das mal aus einer etwas anderen Perspektive an: Die KI-Suchagenten, von denen du schreibst, sind technisch interessant, aber ich bin ein bisschen skeptisch ob sie wirklich so viel bringen. Ich hab mir ein paar davon angeschaut – viele sind einfach glorifizierte RSS-Feeds mit ein paar Filterfunktionen drüber. Der Vorteil gegenüber den eingebauten Suchagenten von ImmoScout oder WG-Gesucht ist oft marginal. Was wirklich hilft ist, mehrere Plattformen parallel zu monitoren und die Benachrichtigungen auf Maximum zu stellen. Ich würd eher in gute Filterkonfiguration investieren als in externe Tools. Und ja, der Sommer ist tatsächlich bewegungsreicher – viele Studenten ziehen nach dem Semester um, das erzeugt Fluktuation.
Wir haben letztes Jahr mit unseren Kindern auch kurz überlegt ob wir umziehen – letztlich haben wir's gelassen, aber ich hab mich trotzdem kurz durch den Markt gewühlt. Mein Eindruck: Es gibt tatsächlich einige neuere Plattformen die je nach Region ganz aktiv sind, etwa 'Ohne-Makler' oder regionale Genossenschaften mit Wartelisten. Genossenschaften werden gerne vergessen! Wer längerfristig plant, sollte sich da frühzeitig eintragen – die Wartelisten können zwar lang sein, aber die Konditionen sind oft deutlich besser als auf dem freien Markt. Für den Sommer gilt: Juli und August sind tatsächlich gut, weil viele Studenten ausziehen. September wird dann wieder eng wenn alle gleichzeitig suchen. Also jetzt ist eigentlich ein gutes Zeitfenster.
Also ich seh das ein bisschen nüchterner als die Kollegen hier. Der Wohnungsmarkt 2026 ist in den meisten deutschen Großstädten und auch vielen Mittelstädten nach wie vor extrem angespannt. Keine Plattform und kein KI-Tool der Welt ändert das grundlegende Problem: zu wenig Angebot, zu viel Nachfrage. Was ich trotzdem empfehlen kann – und das hat nichts mit Trends zu tun – ist das eigene Netzwerk zu aktivieren. Ich kenne das aus meinem Umfeld: mindestens jede dritte Wohnung wird nie öffentlich ausgeschrieben. Kollegen, Bekannte, Familie – einfach rumfragen. Das klingt banal, funktioniert aber nach wie vor am besten. Zeitungsanzeigen würde ich mir sparen, das ist meiner Einschätzung nach wirklich weitgehend Geschichte.