Hallo zusammen, ich bin seit einigen Jahren im Versicherungsbereich unterwegs und helfe vielen Leuten, ihre private Absicherung auf Vordermann zu bringen. Aber jetzt stelle ich mir immer öfter die Frage: Wie dimensioniere ich Versicherungen für kleinere Unternehmer wirklich sinnvoll?
Das Problem ist, dass ich bei vielen Anfragen merke, dass Unternehmer entweder massiv überversichert sind – zahlen also für Leistungen, die sie nie brauchen werden – oder haben gefährliche Lücken. Besonders im Sommer, wenn viele Leute Neuanfänge machen und sich selbstständig werden, sehe ich das öfter.
Meine Frage: Wie geht ihr vor? Gibt es da konkrete Kriterien, nach denen man die Deckungssummen berechnet? Wie unterscheidet man zwischen "absolut notwendig" und "nice to have"? Und wann lohnt sich wirklich ein Versicherungsauditor, der die ganze Situation durchleuchtet?
Ich freue mich auf eure Erfahrungen!
Rolf, gute Frage! Ich bin ja über 20 Jahre im Versicherungswesen und hab das immer nach einem einfachen Prinzip gemacht: Erst die Pflichtversicherungen (Haftpflicht, gesetzliche Krankenversicherung bei Angestellten), dann die Kann-Versicherungen nach Risikopriorisierung. Das heißt konkret – was würde existenzbedrohend sein? Das versicherst du. Den Rest schaust du dir an, wenn noch Budget da ist.
Für kleinere Unternehmer mache ich oft eine einfache Risikomatrix auf: Wahrscheinlichkeit × Schadensumme. Alles, was oben rechts landet, muss versichert sein. Bei vielen zeigt sich: Die Betriebshaftpflicht ist das A und O, alles andere relativiert sich dann.
Kurz und knapp: Kalkuliert einmal durch, was im schlimmsten Fall passiert, und dann versichert genau das.