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Kunden zahlen meinen Stundensatz nicht – wie setzt ihr euch durch?

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Gerhard_1951
Beiträge: 13
Themenstarter
(@gerhard_1951)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#31]

Guten Tag zusammen,

ich bin seit einiger Zeit als freiberuflicher Übersetzer tätig, nebenher sozusagen, da ich ja schon Rentner bin und die Pension alleine nicht mehr so weit reicht wie früher. Ich arbeite vor allem für kleinere Firmen, die Dokumente aus dem Englischen und Französischen übersetzen lassen wollen.

Mein Problem ist folgendes: Ich habe mir ausgerechnet, was ich pro Stunde mindestens brauche, damit sich das überhaupt lohnt. Ich komme auf ungefähr 45 Euro, wenn ich alles einkalkuliere – also die Zeit für Recherche, Korrekturen, die ganzen E-Mails hin und her, Steuern natürlich auch. Aber wenn ich den Betrag nenne, hören manche Auftraggeber sofort auf zu antworten oder versuchen mich auf 25 oder 30 Euro herunterzuhandeln.

Jetzt im Sommer ist es besonders schwierig – viele sagen, sie haben gerade wenig Budget wegen der Urlaubszeit, und ich soll doch flexibel sein. Aber ich kann ja auch nicht einfach für weniger arbeiten, nur weil jemand Urlaub plant.

Wie macht ihr das? Wie erklärt ihr Kunden, warum ein bestimmter Satz gerechtfertigt ist, ohne arrogant zu wirken? Und habt ihr Erfahrung damit, wie man Preisdrückereien höflich aber bestimmt ablehnt? Bin für jeden Rat dankbar.


1 Antwort
Claudia H.
Beiträge: 12
(@c-hartmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Das kenne ich aus eigener Erfahrung – auch wenn ich eher im Finanzbereich unterwegs bin und selbst keine Übersetzungen anbiete. Aber das Grundprinzip ist dasselbe wie beim Investieren: wer seinen eigenen Wert nicht kennt und verteidigt, verliert am Ende.

Konkret: Ich würde empfehlen, den Stundensatz gar nicht mehr so direkt zu nennen, sondern lieber einen Festpreis pro Projekt anzubieten. Der Auftraggeber sieht dann keine 'teure' Stundenzahl, sondern einen Gesamtbetrag für ein klar definiertes Ergebnis. Das nimmt den Fokus vom Stundensatz weg.

Zur Argumentation: Erklären Sie ruhig und sachlich, was alles im Preis enthalten ist – Recherche, Korrekturdurchgänge, Termingarantie usw. Wer das nicht bezahlen will, ist ohnehin kein guter Kunde. Preisdrücker zahlen auch nach dem Nachlass schlecht und meckern trotzdem.

Das Sommerloch-Argument mit 'wenig Budget wegen Urlaub' ist übrigens ein klassischer Verhandlungstrick – da müssen Sie nicht drauf eingehen. Ein seriöser Auftraggeber plant seinen Bedarf und sein Budget voraus. Ich hab das andernorts schon mal so formuliert: wer langfristig plant, zahlt faire Preise. Wer nur kurzfristig denkt, drückt immer.


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