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Stundensatz als Freelancer kalkulieren – wie macht ihr das konkret?

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Marcus D.
Beiträge: 21
Themenstarter
(@marcus-dittrich)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#25]

Hallo zusammen,

ich bin seit gut einem Jahr als Freelancer tätig, hauptsächlich im Bereich Webentwicklung und kleinere IT-Projekte. Das läuft soweit ganz okay, aber ich stolpere immer wieder über dasselbe Problem: Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob mein Stundensatz überhaupt realistisch kalkuliert ist oder ob ich mich einfach unter Wert verkaufe.

Bisher habe ich grob geschaut, was andere so nehmen, und bin bei 55 Euro netto gelandet. Aber ist das wirklich ausreichend? Ich habe gelesen, dass man Urlaub, Krankheitstage, Sozialabgaben, Weiterbildung und nicht fakturierbare Stunden miteinrechnen soll – nur wie macht man das in der Praxis genau?

Aktuell läuft gerade ein größeres Sommerprojekt für einen Kunden, der eine komplett neue Website plus Backend braucht. Da habe ich gemerkt, dass ich gefühlt 30-40% meiner Zeit mit Kommunikation, Angeboten schreiben und Kram verbringe, der nicht abrechenbar ist. Das zieht den effektiven Stundensatz ganz schön runter.

Und dann ist da noch das Thema Stundensatz durchsetzen – ich habe neulich einem Stammkunden einen höheren Satz genannt und der hat sofort gezögert. Wie geht ihr damit um? Einfach standhaft bleiben oder lieber nachgeben? Mich würde interessieren, ob jemand hier eine konkrete Formel oder Herangehensweise hat, die wirklich funktioniert. Danke schon mal!


2 Antworten
TechMartin_87
Beiträge: 13
(@techmartin_87)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

H.Bergmann hat das eigentlich schon gut zusammengefasst. Ich ergänz nur kurz: 55 Euro klingt auf dem Papier okay, aber wenn du wie beschrieben 30-40% nicht fakturierst, bist du effektiv bei unter 40 Euro – das ist für IT-Freelancer wirklich zu wenig. Standhaft bleiben beim Preis ist langfristig die einzige sinnvolle Strategie, auch wenn's im Moment unangenehm ist. Kunden die nur wegen des Preises bleiben, sind eh oft die anstrengensten.


Antwort
H.Bergmann
Beiträge: 1
(@h-bergmann)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Die Frage ist berechtigt und ich glaube viele Selbständige machen den gleichen Fehler am Anfang.

Die Grundformel ist eigentlich gar nicht so kompliziert: Du nimmst dein gewünschtes Nettojahreseinkommen, addierst alle Betriebskosten (Software, Hardware, Steuerberater, Versicherungen usw.) und dividierst das durch die realistisch fakturierbaren Stunden pro Jahr.

Und genau da liegt der Haken. Realistisch fakturierbar sind keine 1800 Stunden, sondern eher 900 bis 1200 – je nach Auftragslage, Akquise, Verwaltung und Urlaub. Bei 1000 fakturierbaren Stunden und einem gewünschten Nettoeinkommen von 50.000 Euro plus sagen wir 15.000 Euro Kosten wären das schon 65 Euro die Stunde – und das vor Steuern wohlgemerkt.

Bei 55 Euro dürfte es also tatsächlich eng werden, das würde ich mir nochmal genau durchrechnen.

Zum Thema Kunde der zögert: Das ist fast immer ein Zeichen, dass der Mehrwert noch nicht klar genug kommuniziert wurde. Standhaft bleiben ist richtig, aber dann muss die Begründung sitzen. 'Meine Preise sind gestiegen weil ich jetzt auch X und Y liefern kann' ist überzeugender als nur eine höhere Zahl zu nennen.


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