Seite wählen

ESG-Rating-Agenture...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

ESG-Rating-Agenturen verstehen - welche sind wirklich vertrauenswürdig?

5 Beiträge
5 Benutzer
0 Reactions
30 Ansichten
Gerhard_1951
Beiträge: 13
Themenstarter
(@gerhard_1951)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#25]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit einiger Zeit intensiver mit nachhaltigen Investments und bin dabei auf ein Problem gestoßen. Wenn ich mir ESG-Ratings verschiedener Agenturen ansehe (MSCI, Sustainalytics, ISS ESG etc.), bekomme ich für das gleiche Unternehmen oft völlig unterschiedliche Bewertungen. Ein Energiekonzern hat bei einer Agentur Rating A, bei der anderen nur C+.

Das verunsichert mich total. Wie soll ich als Privatanleger einschätzen, welche Bewertung stimmt? Jede Agentur hat ihre eigenen Kriterien und Gewichtungen - aber am Ende will ich ja wissen, ob ein Investment wirklich nachhaltig ist oder nur schön verpackt.

Habt ihr Erfahrungen damit, wie man diese Ratings richtig interpretiert? Gibt es Agenturen, denen ihr mehr vertraut? Oder schaut ihr euch lieber die Rohdaten der Unternehmen selbst an?

Besonders im Sommer, wenn ich mehr Zeit für die Depotanalyse habe, würde ich gerne eine systematischere Herangehensweise entwickeln. Momentan fühle ich mich wie im Nebel.

Danke für eure Hilfe!

Gerhard


4 Antworten
Stefan91
Beiträge: 6
(@stefan91)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hey Gerhard, das Problem kenn ich nur zu gut! Hab mich auch schon oft geärgert über die unterschiedlichen Ratings. Was ich mittlerweile mache: Ich schaue mir immer mindestens 2-3 verschiedene Ratings an und bilde dann einen Durchschnitt. Wenn die Bewertungen extrem auseinander liegen, schaue ich mir die Methodiken genauer an.

MSCI gewichtet zum Beispiel sehr stark die Branche - ein Ölkonzern kann da theoretisch ein A-Rating bekommen, wenn er "der Beste seiner Branche" ist. Sustainalytics ist da strenger und schaut mehr auf absolute Werte. Für mich persönlich ist das wichtiger.

Tipp: Schau dir auch die ESG-Kontroversen an, die werden meist separat aufgelistet. Da siehst du schnell, ob ein Unternehmen gerade in irgendwelche Skandale verwickelt ist.


Antwort
HelmutR74
Beiträge: 2
(@helmutr74)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Gerhard, aus meiner Sicht als jemand der beruflich viel mit Finanzdienstleistern zu tun hat: Die Rating-Agenturen sind ein Geschäftsmodell, nicht die Wahrheit. Jede hat ihre eigenen Interessen und Kunden.

Ich würde dir raten, dich auf 1-2 Agenturen festzulegen und deren Methodik zu verstehen, statt alle zu vergleichen. MSCI ist Standard bei vielen ETF-Anbietern, also wenn du in ESG-ETFs investierst, orientiere dich daran. Für Einzelaktien finde ich ISS ESG oft präziser.

Wichtiger Punkt: Schau dir die Datenaktualität an. Manche Ratings sind 6 Monate alt, in der Zeit kann viel passieren. Und vergiss nicht die regulatorischen Aspekte - EU-Taxonomie wird immer wichtiger für die echte Bewertung.

Achso, und komplett offtopic aber falls jemand gerade eh schon am Kosten-checken ist: Ich hab letzte Woche meinen DSL-Tarif verglichen und dabei echt gespart. Lohnt sich manchmal, auch den Rest zu hinterfragen wenn man schon im Sparfuchs-Modus ist. Hier DSL Tarife vergleichen


Antwort
H.Zimmermann
Beiträge: 18
(@h-zimmermann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Die Verwirrung kann ich gut verstehen. ESG-Ratings sind noch ein relativ junges Feld und jede Agentur hat ihre eigene Philosophie entwickelt.

Mein Ansatz: Ich schaue mir zunächst die grundsätzliche Ausrichtung des Unternehmens an. Ist es in einer Branche tätig, die strukturell problematisch ist? Dann helfen auch gute ESG-Ratings nur bedingt. Bei kontroversen Branchen wie Tabak oder Waffen ist für mich das Thema bereits erledigt.

Für die praktische Bewertung nutze ich eine Kombination aus MSCI (wegen der breiten Datenbasis) und den Unternehensberichten selbst. Besonders die Scope 3 Emissionen werden oft unterschiedlich bewertet - das ist ein guter Indikator für die Gründlichkeit der Analyse.

Ein letzter Tipp: Viele Broker bieten mittlerweile eigene ESG-Scores an, die sind oft eine Synthese verschiedener Quellen und dadurch ausgewogener.


Antwort
Laura_96
Beiträge: 16
(@laura_96)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Das ist echt ein Dilemma mit den Ratings! Ich hab vor ein paar Monaten angefangen, mir die Nachhaltigkeitsberichte der Unternehmen direkt anzuschauen, anstatt nur auf die Ratings zu vertrauen. Ist zwar aufwendiger, aber du bekommst ein viel klareres Bild.

Bei den Rating-Agenturen schaue ich hauptsächlich auf Sustainalytics und RepRisk - die sind meiner Erfahrung nach am transparentesten, was ihre Methodik angeht. Nachhaltigkeit ist für mich generell ein wichtiges Thema, und ich merke, dass man wirklich selbst recherchieren muss, um nicht auf Greenwashing reinzufallen.

Ein Trick: Schau dir an, wie viel Prozent des Umsatzes wirklich aus nachhaltigen Aktivitäten kommen. Das steht oft versteckt in den Berichten, aber ist viel aussagekräftiger als jedes Rating.


Antwort
Teilen: