Hey zusammen,
ich bin aktuell dabei, meine bisherige Angestelltentätigkeit zu beenden und mich als Unternehmensberater selbstständig zu machen. Vor allem beim Thema Versicherungen bekomme ich überall unterschiedliche Empfehlungen – von Freunden, von Maklern, aus diversen Online-Ratgebern.
Mich nervt besonders, dass viele standardisierte Tipps geben, ohne die individuelle Situation zu berücksichtigen. Zum Beispiel wird mir überall geraten, eine umfassende BU-Versicherung zu nehmen. Aber ist das wirklich sinnvoll für jeden Selbstständigen? Oder gibt es da Alternativen, die ich kritischer betrachten sollte?
Auch bei der Altersvorsorge höre ich immer wieder die gleichen Mantras – Riester, ETF-Sparpläne, die klassische Rente. Aber gerade als Selbstständiger mit variablem Einkommen muss ich doch anders planen, oder?
Welche Versicherungs- oder Vorsorge-Empfehlungen habt ihr hinterfragt und dann verworfen? Wo stimme ich den gängigen Tipps nicht zu?
Guter Ansatz, das kritisch zu hinterfragen! Ich habe in meiner Steuerberater-Zeit genau diese Diskussionen geführt. Die BU ist tatsächlich nicht für jeden das richtige – bei Beratern wie dir könnte eine Dread-Disease-Versicherung oder eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung gezielter sein.
Zur Altersvorsorge: Der Fehler ist, die gleiche Strategie wie Angestellte zu fahren. Als Selbstständiger hast du ja mehr Flexibilität. Betriebliche Rücklagen, eine Thesaurierungs-Strategie bei ETFs, vielleicht sogar eine private Betriebsrentenzusage – das sind oft bessere Wege als Riester. Ich habe dazu früher einen längeren Thread geschrieben, könnte dir da eine gute Grundlage sein: Betriebsrente vs. private Altersvorsorge
Das Wichtigste: Lass dich nicht von Standard-Lösungen leiten, sondern rechne durch, was bei deinem Einkommen und deiner Risikobereitschaft Sinn macht.