Hey Leute,
ich bin gerade dabei, mein kleines Online-Business weiter aufzubauen und merke, dass ich beim Thema Versicherungen ziemlich blank bin. Bisher hab ich das immer irgendwie vor mir hergeschoben, aber jetzt wird's langsam ernst – zumal ich demnächst auch erste Aufträge von größeren Kunden übernehmen will.
Ich komme eigentlich aus der Finanz- und Gaming-Ecke, also ETFs, Sparpläne, das ganze Zeug – da kenn ich mich halbwegs aus. Aber Unternehmensversicherungen? Totales Neuland für mich. Ich hab zwar schon ein bisschen gegoogelt, aber die Informationen widersprechen sich ständig und ich weiß nicht, was wirklich relevant ist und was einfach nur Verkäuferpitch ist.
Konkret frage ich mich: Welche Versicherungen habt ihr als Unternehmer tatsächlich gebraucht – nicht nur theoretisch, sondern wirklich mal in der Praxis genutzt oder zumindest froh gewesen, dass ihr sie hattet? Und welche haben sich im Nachhinein als Geldverschwendung rausgestellt?
Außerdem: Macht ihr das über einen Makler, oder vergleicht ihr selbst online? Ich bin eigentlich gewohnt, sowas selbst zu recherchieren (so wie bei ETFs), aber ich hab das Gefühl, dass man hier schnell was Wichtiges übersieht.
Freue mich über echte Erfahrungen, keine Theorie. Danke schon mal!
Tobias
Ich bin selbst gerade frisch in die Selbstständigkeit gestartet, also steck ich mittendrin im gleichen Prozess wie du! Hab in den letzten Wochen echt viel zu dem Thema recherchiert.
Mein wichtigster Tipp: Trenn erstmal gedanklich zwischen Pflicht und Sinnvoll und Was-alle-empfehlen-aber-kaum-jemand-braucht. Diese drei Kategorien helfen enorm.
Ich hab am Ende einen unabhängigen Makler genommen – nicht weil ich zu faul zum Selbstvergleichen war, sondern weil ich bei einem Gespräch gemerkt hab, dass ich Fragen stell, bei denen Vergleichsportale einfach keine Antwort haben. Sowas wie: Was passiert, wenn ich einen Subunternehmer beauftrage und der macht Mist? Deckt das meine Police dann noch ab?
Das sind die Graubereiche, die einen wirklich treffen können. Also: Online-Recherche zum Grundverständnis ja, aber für den Abschluss selbst würd ich keinen reinen Online-Vergleich machen. Zu viel, was man übersehen kann.
Ich finds ehrlich gesagt etwas übertrieben, gleich zu Beginn alles absichern zu wollen. Klar, bestimmte Sachen sind sinnvoll – aber ich hab gerade erst den Thread zur Cyberversicherung gelesen und da war ich auch skeptisch, ob das für jeden wirklich nötig ist. Kommt halt stark auf die Branche an.
Mein Tipp: Erstmal nur das Nötigste, dann schrittweise erweitern, wenn das Business wächst. Alles auf einmal macht die Kostenstruktur unübersichtlich und du weißt am Anfang eh noch nicht genau, wohin die Reise geht. Eine solide Betriebshaftpflicht als Basis, der Rest je nach konkretem Bedarf – das wäre mein pragmatischer Ansatz.
Oh, das Thema kenn ich gut! Ich hab letztes Jahr mein Startup gegründet und war genauso lost wie du. Hab erstmal gar nichts abgeschlossen, weil ich dachte – bin ja noch klein, was soll schon passieren 😅
Erster Weckruf war dann, als ein potenzieller Kooperationspartner nach meinem Versicherungsnachweis gefragt hat. Komplett unvorbereitet. Also schnell nachgeholt.
Was ich letztendlich genommen hab: Betriebshaftpflicht (absolutes Muss für mich), und ich überlege noch wegen D&O, aber das ist vielleicht noch zu früh für meine Phase. Vergleichsportale hab ich genutzt, aber die decken nicht alles ab – gerade bei Startup-spezifischen Sachen stößt man schnell an Grenzen. Ich hab dann doch einen Makler mit Startup-Erfahrung gesucht, das war deutlich hilfreicher.
Ach ja, was auch interessant war: der Thread über Gehalt als Gründerin hat mir klar gemacht, dass man Versicherungskosten von Anfang an im Budget einplanen muss. Klingt banal, aber ich hatte das total unterschätzt.
Hi Tobias, ich bin zwar kein Unternehmer im klassischen Sinne, aber ich hab mich zuletzt intensiv mit dem Thema Haftpflicht beschäftigt – allerdings eher aus Hausbesitzer-Sicht (hab dazu auch mal hier im Forum geschrieben). Was mich dabei überrascht hat: wie viel der Kleingedruckte-Kram ausmacht. Bei gewerblicher Haftpflicht ist das nochmal eine andere Liga, da sind Ausschlüsse teilweise happig.
Ein Kumpel von mir ist selbstständig als IT-Dienstleister und hat mir erzählt, dass er fast keinen größeren Auftrag bekommt ohne Nachweis einer Berufshaftpflicht. Die war also quasi Pflicht, nicht wegen Gesetz, sondern wegen Kunden. Das würde ich als Erstes klären: Was verlangen deine potenziellen Auftraggeber von dir? Das gibt dir schon mal eine Richtung.
Makler vs. selbst vergleichen – ich würd sagen: erst selbst grob einlesen, dann Makler für die Details. Die sehen Sachen, die man als Laie übersieht.