Hallo zusammen,
ich habe jetzt schon die dritte Saison hinter mir, in der ich überlege ob ich mir endlich was für die Wohnung anschaffe. Wir haben hier in NRW ein älteres Haus, Baujahr Ende der 70er, keine Klimaanlage. Die letzten Sommer waren der Horror, aber das wisst ihr alle selbst.
Jetzt sehe ich überall diese Verdunstungskühler – Luftkühler auf Verdunstungsbasis, also ohne Kompressor. Oft für 80 bis 150 Euro. Und ehrlich gesagt halte ich das für absoluten Humbug. Mein Verständnis: In Deutschland ist die Luftfeuchtigkeit im Sommer meistens schon so hoch, dass der Verdunstungseffekt quasi gegen Null geht. Also wird Wasser verdampft, die Luft wird nasser und schwüler statt kühler, und man hat im besten Fall einen teuren Ventilator.
Ich bin jetzt 52, meine Frau und ich überlegen schon länger ob wir diesen Sommer endlich was Vernünftiges kaufen – aber das Budget ist nicht unbegrenzt. Echte Klimageräte mit Kompressor kosten ja nochmal deutlich mehr, und dann ist da noch der Stromverbrauch.
Hat hier jemand wirklich positive Erfahrungen mit solchen Verdunstungskühlern gemacht? Ich lass mich gerne eines Besseren belehren, aber ich brauche echte Argumente, keine Prospekttexte. Unter welchen Bedingungen macht so ein Gerät in Deutschland überhaupt Sinn?
Ich kenn das Thema vom Energieverbrauch her – hab mich da zuletzt intensiver damit beschäftigt im Zusammenhang mit Stromkosten (die ja auch nicht weniger werden). Verdunstungskühler haben immerhin den Vorteil dass sie extrem wenig Strom ziehen, oft nur 50-80 Watt. Ein Klimagerät mit Kompressor liegt je nach Modell bei 700 bis über 2000 Watt.
Aber das hilft natürlich nichts wenn das Gerät seinen eigentlichen Zweck nicht erfüllt. Und ich glaube ehrlich gesagt dass viele Leute die positiven Bewertungen dieser Geräte unter Bedingungen geschrieben haben die in Deutschland selten sind – Trockengebiete, Mittelmeerurlaub, oder einfach Placebo-Effekt wegen der Luftbewegung.
Für Klaus_1974: Wenn Budget das Thema ist, lieber ein gebrauchtes Splitgerät recherchieren oder warten bis Herbst wenn die Preise fallen. Ein Verdunstungskühler ist kein Kompromiß, sondern einfach das falsche Werkzeug fürs deutsche Klima.
Naja, ich seh das bisschen differenzierter als Helmut oben. Ich hab letztes Jahr so ein Teil für ca. 110€ gekauft, einer von den Sichler-Dingern. Und ja, an richtig schwülen Tagen ist es unnötig. Aber wir hatten hier Anfang Juni 2025 ein paar Tage mit Hitze aber relativ trockener Luft – und da hat das Ding tatsächlich merklich was gebracht. Vielleicht 3-4 Grad gefühlt, wenn man direkt davor sitzt.
Das Problem ist halt: du weißt im voraus nie ob du grade so einen Tag erwischst oder nicht. Wenn du verlässliche Kühlung willst, ist ein Verdunstungskühler die falsche Wahl, da stimme ich dir zu. Als Ergänzung zum Ventilator an den wenigen trockneren Hitzetagen – okay, aber kein Ersatz für was Richtiges.
Würde mein Geld heute eher anders investieren ehrlich gesagt.
Ich kann dich da leider nicht wirklich überzeugen, Klaus. Dein Grundverständnis stimmt im Wesentlichen. Verdunstungskühlung funktioniert physikalisch nur dann gut, wenn die relative Luftfeuchtigkeit niedrig ist – also unter 40%, idealerweise eher darunter. In Deutschland liegen wir an Hitzetagen oft bei 55-70%, manchmal mehr. Da ist der Effekt tatsächlich minimal bis kontraproduktiv.
Wo ich einen begrenzten Nutzen sehe: nachts, wenn die Luft trockener ist, oder wenn man das Gerät im Freien oder auf dem Balkon nutzt. Im geschlossenen Schlafzimmer macht sich der Zusatz an Luftfeuchtigkeit schnell unangenehm bemerkbar, gerade wenn man schläft.
Für euer Haus aus den 70ern würde ich eher auf einen mobilen Kompressor-Klimager... also ein richtiges Split-Gerät oder zumindest ein Monoblock-Gerät schauen. Teurer in der Anschaffung, aber wenigstens macht es was es soll.
Komplett Humbug. Hab mir letzten Sommer auch einen gekauft, nach einer Woche wieder in die Ecke gestellt. In Deutschland einfach für die Katz.